BerlinAuf der Anklagebank des Amtsgerichts Tiergarten sitzt an diesem Dienstag ein Feuerwehrmann mit gesenktem Kopf. Der Anwalt von Sebastian B. hat gerade dasselbe gefordert wie der Staatsanwalt: Wegen fahrlässiger Tötung soll sein Mandant zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 100 Euro verurteilt werden. Sebastian B. war am 11. Dezember des vergangenen Jahres auf der Schlossbrücke in Charlottenburg mit seinem Auto bei Rot über eine Ampel gefahren und hatte dabei eine 69-jährige Radfahrerin erfasst und getötet, die die Straße bei grüner Ampel überqueren wollte.

Sebastian B. ist 26 Jahre alt. Er ist Feuerwehrmann auf Probe, bis Ende Dezember, dann muss er sich nach eigenen Worten wegen des tödlichen Unfalls einen neuen Job suchen. Er hat in dem kurzen Prozess seine Schuld nicht geleugnet, gesagt, er könne sich an den Zusammenstoß nicht erinnern. Ihm fehlten drei, vier Minuten. Er habe es an jenem frühen Nachmittag nicht eilig gehabt, lediglich seine Freundin von der Berufsschule abholen wollen. Was dann geschehen sei, „tut mir unendlich leid“. Fassungslos hat er hinzugefügt: „Ich bin doch nicht geboren, um Menschen zu töten. Im Gegenteil, ich will Menschen retten.“

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