Berlin - Seit Sonntag gilt in Nahverkehr und Einzelhandel die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasenschutzes. Doch diese allgemeingültige Regel belastet von Armut betroffene Menschen gleich doppelt.

Erstens sind die Preise für FFP-2 Masken in die Höhe geschossen, nicht selten kosten sie zwischen fünf und sechs Euro das Stück, zudem können sie nur acht Stunden lang getragen werden. Wenn eine Person an fünf Tagen pro Woche auf eine Maske angewiesen ist, wären das bis zu 120 Euro im Monat. Für Geringverdiener eine enorme Summe. Und im Hartz-IV-Regelsatz sind für Hygieneprodukte nur 17 Euro monatlich vorgesehen.

Zweitens sind besonders Menschen mit geringem Einkommen auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, um zur Arbeit zu kommen, denn im Niedriglohnsektor ist in den seltensten Fällen Homeoffice möglich. Diese Menschen werden die Masken also am dringendsten brauchen.

Masken für Bedürftige

Die Berliner Senatsverwaltung für Soziales habe deshalb am Montag bereits alle zwölf Bezirksämter mit Masken ausgestattet. Sie sollen in den kommenden Tagen in einer „ersten Verteilaktion“ jeweils fünf Masken an Menschen mit geringem Einkommen ausgeben, wie Stefan Strauß, Sprecher der Senatsverwaltung für Soziales, sagt. Ob es weitere Verteilungsphasen geben solle, habe der Senat noch nicht entschieden. Auch das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten habe einen Teil der insgesamt 3,5 Millionen OP-Masken erhalten, die dazu aus dem Bestand der Gesundheitsverwaltung zur Verfügung stünden, ebenso die Einrichtungen der Kältehilfe.

Die Koordination der Verteilung an Bedürftige müssen die Bezirksämter selbst regeln. In Neukölln etwa werden in den kommenden Tagen 300.000 Masken an vier Stellen und auf Wochenmärkten an Personen ausgegeben, die einen Berlinpass vorlegen können. In Mitte werden 330.000 Masken an Personen mit Berlinpass oder Leistungsbescheid ausgegeben.

Das Bezirksamt Köpenick wird 240.000 Masken mit Unterstützung des Arbeiter-Samariter-Bundes am Dienstag zwischen 11 und 18 Uhr vor dem Rathaus verteilen. Berechtigt sind laut Bezirksamt „Bedürftigen-Gruppen“, also Hartz-IV-Empfänger und Personen, die Wohngeld, einen Kinderzuschlag, Bafög oder Eingliederungshilfe für behinderte Menschen beziehen.

Betroffenenverbände fordern Zuschuss zur Grundsicherung

Die Senatsverwaltung für Soziales habe laut Strauß die Bezirke in einem Schreiben zu einem „kulanten und unbürokratischen Vorgehen“ ermutigt. Die Bezirke sollten nach „eigenem Ermessen handeln“. Auch eine persönliche Abholung sei nicht notwendig. So sollen körperlich eingeschränkte Personen auch Freunde und Verwandte, die mit Unterlagen zur „Glaubhaftmachung des geringen Einkommens“ sind, vorbeischicken.

Jede unbürokratische und schnelle Hilfe für Personen ohne und mit geringem Einkommen sei sinnvoll, sagt Frank Steger vom Berliner Arbeitslosenzentrum. Dass die Verteilung nun aber regional gelöst würde, kritisiert Steger. „Letztlich ist das eine Notmaßnahme, und die Bezirke müssen handeln wie die Feuerwehr.“ Ob, wann und wo Betroffene eine Maske erhalten, werde so den Kapazitäten des zuständigen Bezirksamtes und damit dem Zufall ihres Wohnortes überlassen. „Wir brauchen da eine Gesamtlösung“, sagt Steger. Der Bund sei am Zuge, die bereits bestehende Forderung nach einem monatlichen Zuschuss von 100 Euro auf die Grundsicherung umzusetzen.

Ähnliches fordert nun auch ein Bündnis aus Verbänden in einem Aufruf an die Bundesregierung: Der Regelsatz müsse von aktuell 446 auf 600 Euro aufgestockt und ein Zuschlag von 100 Euro für die Dauer der Krise ausbezahlt werden. Denn es hilft nichts: Nur wer die Mittel hat, kann geltenden Pflichten auch nachkommen.


Hier können sich Betroffene jeweils fünf medizinische Masken abholen.

Ob eine Bedürftigkeit mit Unterlagen oder Berlinpass belegt werden muss, hängt von der Ausgabestelle ab. Die Bezirksämter, die im Folgenden nicht gelistet sind, haben bis Redaktionsschluss am Montag, den 25. Januar keine Angaben gemacht. Unter dem Bürgertelefon 030-115 können Betroffene beim für sie zuständigen Bezirksamt nachfragen oder unter https://service.berlin.de/bezirksaemter/ nachschlagen. 

Charlottenburg-Wilmersdorf

  • Wann? Ab Dienstag, den 26. Januar zwischen 9 und 15 Uhr
  • Wo? Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 102 und im Eingangsbereich des Dienstgebäudes, Hohenzollerndamm 174

Mitte

  • Wann? Dienstag bis Freitag zwischen 8 und 14 Uhr
  • Wo? Rathaus Mitte, Karl-Marx Allee 31, Rathaus Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1; Rathaus Wedding, Müllerstraße 146; Bürgeramt, Osloer Straße 36 (Update: Die Ausgabe an der Osloer Straße 36 ist wegen mangelnder Nachfrage inzwischen eingestellt)

Neukölln

  • Wann? Dienstag bis Freitag zwischen 11 und 16 Uhr
  • Wo? Rathaus Karl-Marx-Str. 83, Dienstgebäude Blaschkoallee 32, Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, Bat-Yam Platz 1 und Seniorenfreizeitstätte Rudow, Alt-Rudow 60

Pankow

  • Wann? Dienstag und Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch von 8 bis 14 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr
  • Wo? Rathaus Pankow, Breite Str. 24a-26; Rathaus Weißensee, Berliner Allee 252-260; Rathaus Prenzlauer Berg, Fröbelstraße 17; Bürgerhaus Karow/Buch, Franz-Schmidt-Str. 8-10

Tempelhof-Schöneberg

  • Wann? Ab Dienstag, 26. Januar 9 bis 15 Uhr
  • Wo? Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz und Rathaus Tempelhof, Tempelhofer Damm 165

Treptow-Köpenick

  • Wann? Am Dienstag, 26. Januar von 11 bis 18 Uhr
  • Wo? Vor dem Rathaus, Alt-Köpenick 21
  • Ab Mittwoch, dem 27. Januar in 17 Kiezklubs und anderen Orten im Bezirk

Reinickendorf

  • Wann? Ab Montag, 25. Januar zwischen 9 und 16 Uhr
  • Wo? Haupteingang Rathaus Reinickendorf, Eichborndamm 215

Spandau

  • Wann? Mittwoch, 27. Bis Freitag, 29. Januar zwischen 9 und 14 Uhr
  • Wo? Sozialamt Spandau, Galenstr. 14; Seniorenklub Lindenufer, Mauerstr. 10a; Seniorenklub Südpark, Weverstr. 38; Seniorenklub Hakenfelde, Helen-Keller-Weg 10; Seniorentreff Haselhorster Damm 9

Friedrichshain-Kreuzberg

  • STZ Friedrichshain, Pauline-Staegemann-Str. 6; Dienstag, Mittwoch und Freitag, 11 bis 13 Uhr
  • Selbsthilfe-Treffpunkt, Boxhagener Str. 89; Mittwoch, 15 bis 18 Uhr und Freitag, 10 bis 13 Uhr
  • AWO Kiezcafe, Petersburger Str. 92; Montag bis Freitag, 11 bis 16 Uhr
  • Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V., Urbanstr. 21; Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr
  • MGH Gneisenaustraße, Gneisenaustr. 12; Montag bis Freitag, 12 bis 17 Uhr
  • MGH Wassertor; Wassertorstr. 48; Montag bis Freitag, 13 bis 16 Uhr
  • Kotti e.V., Dresdner Str. 12; Montag bis Donnerstag, 10 bis 16.30 Uhr und Freitag, 10 bis 13 Uhr
  • AWO Begegnungszentrum, Adalbertstr. 23a; Montag bis Freitag, 9 bis 15 Uhr
  • Kreuzberger Stadtteilzentrum, Lausitzer Str. 8; Montag und Mittwoch bis Freitag, 12 bis 16 Uhr
  • Inti Haus, Friedrichstr. 1; Montag bis Freitag, 11 bis 15 Uhr
  • RuDi Kultur- und Nachbarschaftszentrum, Modersohnstr. 55; Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr
  • KPE - Kontaktstelle PflegeEngagement, Gryphiusstraße 16; Dienstag, 11 bis 14 Uhr
  • Familienzentrum Menschenskinder, Fürstenwalder Straße 25/30; Montag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr
  • Nachbarschaftstreff der Volkssolidarität - WIR IM KIEZ, Koppenstraße 61; Montag und Donnerstag, 13 bis 15 Uhr und Mittwoch, 9 bis 11 Uhr

Lichtenberg

  • ikarus Stadtteilzentrum, Wandlitzer Str. 13; Dienstag bis Donnerstag, 9 bis 14 Uhr 
  • Stadtteilkoordination, Sewanstr. 178; Montag bis Freitag 11 bis 16 Uhr 
  • LIBEZEM, Rhinstr. 9; Montag bis Donnerstag, 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 15 Uhr
  • Margaretentreff, Zachertstr. 52; Montag und Dienstag, 10 bis 16 Uhr und Donnerstag 10 bis 15 Uhr 
  • Kiezspinne, Schulze-Boysen-Straße 38, Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr, Samstag 14 bis 20 Uhr
  • STZ Lichtenberg Nord, Fanningerstr. 33; Dienstag 16 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 13 Uhr 
  • Kieztreff Undine, Hagenstr. 57; Montag bis Freitag 10 bis 12 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 15 bis 17 Uhr
  • Stadtteilkoordination Fennpfuhl, Paul-Junius-Straße 64a; Montag: 9 bis 13 Uhr, Mittwoch 10 bis 14 Uhr und Freitag: 10 bis 14 Uhr
  • Kieztreff Lebensnetz, Anna-Ebermann-Str. 26; Dienstag 10 bis 15 Uhr und Mittwoch 12 bis 17 Uhr
  • Nachbarschaftstreff, Seefelderstr. 50; Mittwoch 10 bis 16 Uhr
  • Inklusiver Bürgertreff, Schöneicher Str. 10a; Dienstag und Mittwoch, 12 bis 16 Uhr
  • "Der Gute Pol", Küstriner Str. 39; Dienstag und Mittwoch 10 bis 18 Uhr
  • Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel, Ribnitzer Str. 1b; Montag bis Mittwoch und Freitag, 10 bis 15 Uhr, Donnerstag 13 bis 17 Uhr
  • Naturhof Malchow, Dorfstr. 35, Mittwoch bis Sonntag 10 bis 17 Uhr 

Marzahn-Hellersdorf

  • Stadtteilzentrum Rosenbecker Str. 25/27 und Stadtteilzentrum Kieztreff, Ahrensfelder Chaussee 148; ab Dienstag, 10 Uhr, dann Montag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr
  • Nachbarinnentreff „Louise“, Ahrensfelder Chaussee 140 A, Montag bis Freitag, 9 bis 13 Uhr
  • STZ Mosaik Marzahn, ab Dienstag, 8 bis 18:00 Uhr
  • Mehrgenerationenhaus Buntes Haus, Hellersdorfer Promenade 14; ab Dienstag, 9 bis 14 Uhr
  • Anna Landsberger, Internationales Jugendzentrum, Prötzeler Ring 13; ab Dienstag, 10 bis 16 Uhr
  • Stadtteilzentrum Biesdorf, Alt-Biesdorf 15; ab Dienstag bis (vorläufig) 5. Februar 2021, Montag bis Freitag 10 bis 15 Uhr
  • Bürgerhaus Südspitze, Marchwitzastr. 24-26, ab Mittwoch, bis (vorläufig) 5. Februar 2021, Montag bis Freitag, 9 bis 14 Uhr
  • Stadtteilzentrum Kaulsdorf, ab Dienstag, ab 10 Uhr
  • Stadtteilzentrum Hellersdorf Ost, ab Dienstag
  • SOS Familienzentrum Hellersdorf SOS-Kinderdorf e.V., Stadtteilbüro Alte Hellersdorfer Straße 77, ab Dienstag
  • Stadtteilzentrum KOMPASS - Haus im Stadtteil, c/o Klub 74 Nachbarschaftszentrum Hellersdorf e. V. Kummerower Ring, ab 26. Dienstag
  • Nachbarschaftstreff MAXIE TREFF, Maxie-Wander-Straße 56/58, ab Dienstag, ab 10 Uhr
  • DRK „MuRInka“, DRK-Begegnungszentrum Marzahn-Süd, Murtzaner Ring 15, 
  • Spielplatzinitiative Marzahn e.V., HAUS AKARI Ahrensfelder Chaussee Marzahn Nord-West, ab Dienstagmittag
  • Volkssolidarität Stadtteilzentrum Marzahn Mitte, Marzahner Promenade, ab Dienstag, ab 10 Uhr
  • AWO, Stadtteilzentrum Mahlsdorf Süd, Hultschiner Damm 98, ab Dienstag 10 Uhr
  • AWO Stadtteiltreff Hellersdorf Nord, Kastanienallee 53, 12627 Berlin
  • Tafel Marzahn, Schwarzburger Straße 8
  • Tafel Hellersdorf, Adorfer Str. 6