Monika Gossmann gibt zu, dass sie geklaut hat. Mit den Augen. Die Schauspielerin, die selbst auch Regie führt und als Schauspielprofessorin an der University of Florida arbeitet, konnte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, einem Regiestar wie David Fincher aus nächster Nähe bei der Arbeit zuzuschauen? Die Wahl-Berlinerin spielte in dessen neuem Film „Mank“, in dem die Entstehungsgeschichte des Drehbuchs zu „Citizen Kane“ erzählt wird, die deutsche Pflegerin Fräulein Frieda. An freien Tagen machte sie nicht frei: „Ich war insgesamt sechs Wochen am Set, habe aber nicht jeden Tag gedreht. Nach dem ersten Drehtag fragte ich Fincher, ob ich auch an drehfreien Tagen zu Besuch kommen kann. Seine Antwort lautete: ‚Natürlich, sehr gern, immer!‘ Ich durfte die ganze Zeit bei ihm sitzen und mir das alles anschauen. So etwas lasse ich mir doch nicht entgehen!“

Am 4. Dezember startet „Mank“ auf Netflix. Kritikern, die den in Schwarz-Weiß gedrehten Film vorab sehen konnten, gilt er schon jetzt als heißer Anwärter auf einen der Oscars des Jahres 2021, die nach jetzigen Planungen am 25. April verliehen werden sollen. Nervös macht der Filmstart die Schauspielerin nicht: „Ich habe den Film schon zweimal gesehen, hatte die Ehre, dass Fincher ihn mir schon im April gezeigt hat. Nun hoffe ich einfach nur, dass er sein Publikum findet und Menschen unterhält und zum Nachdenken bringt. Weil ich denke, dass das ein ganz großartiger Film ist.“

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