Potsdam - Mächtig gewaltig, Egon! Das ist der bekannteste Spruch der legendären Filmreihe über die Olsenbande. Nun, zum 50. Geburtstag der Reihe, haben es die liebenswürdigen Ganoven von der Kino-Leinwand ins Filmmuseum Potsdam geschafft. Dort öffnet am 3. Juli eine Schau, die wir vorab schon besuchen durften, und die so manches Erstaunliches über das dänische Film-Gauner-Trio verrät.

Mehr als 200 Ausstellungstücke

Die Ausstellung beginnt so wie die 14 Olsenbande-Filme: mit dem nachgebildeten Gefängnis-Tor, durch das Chef-Gauner Egon Olsen seit dem ersten Streifen von 1968 am Anfang herauskommt und am Ende auch fast immer wieder hineingeht. In einer Vitrine ist ein Original-Knasttürschloss zu sehen.

Mehr als 200 Plakate, Kostüme, Requisiten beschaffte Kurator Guido Altendorf (48) in den vergangenen 18 Monaten für die Schau – mit Hilfe von Privatsammlern und Fanclubs. Hinzu kommen 400 Einzelstücke. An einer Wand werden leere Tuborg-Flaschen in Kästen gezeigt. Sie spielten in einem Film eine wichtige Rolle. Das Dänen-Bier war das Stamm-Getränk der Bande. Die Darsteller warben sogar dafür.

Das Reklame-Plakat ist im Museum zu sehen. Ebenso eine graue DDR-Schreibmaschine vom Typ Erika. „Auf ihr schrieben die Olsenbande-Erfinder Henning Bahns und Erik Balling in einem Pariser Hotel das erste Drehbuch“, erzählt Ausstellungskurator Altendorf. „Auch die Drehbücher für die anderen Filme entstanden bis 1998 auf dieser Maschine.“

Die DDR war auch das Land, in dem die Olsenbande am besten ankam. Die Ausstellung dokumentiert, wie sich die Stasi mit den Filmen beschäftigte. Nicht immer ernsthaft: MfS-Mitarbeiter aus Gera ließen zum Beispiel für eine Glückwunschmappe ihre Köpfe auf Filmfotos von Egon, Benny und Kjeld montieren. Ernst wurde es für einen Betriebsschul-Direktor aus dem VEB Automobilwerk Zwickau, in dem der Trabant hergestellt wurde. Die Stasi hatte 1982 den Betrieb im Visier, denn Lehrlinge hatten aus Spaß auf einem Plakat „Freiheit für Egon Olsen“ gefordert.

Auch über die Darsteller selbst wird einiges verraten. Auf einem Video-Clip ist etwa zu sehen, wie Kjeld-Darsteller Poul Bundgaard bereits als Baby im Kinderwagen in einem „Pat und Patachon“-Stummfilm von 1923 mitwirkte. Von den Darstellern lebt allerdings nur noch Morten Grunwald – also Benny.

„Die Olsenbande in Potsdam“, Eröffnung am 3. Juli mit Morten Grunwald, bis 17. Februar 2019 im Filmmuseum Potsdam. Eintritt: 4,50/erm. 3,50 Euro, Di. bis So. 10 bis 18 Uhr.