Filmpremiere in Berlin: Steven Spielberg und Tom Hanks feiern Premiere von „Bridge of Spies – Der Unterhändler“

Europapremiere von „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ am Freitagabend im Zoo-Palast. 1500 Gäste bekamen den neuesten Film von Starregisseur Steven Spielberg, in dem eine Geschichte rund um den Austausch der Agenten Rudolf Abel und Francis Gary Powers 1962 auf der Glienicker Brücke erzählt wird, schon vor dem Kinostart am 26. November zu sehen. Als der Film im Premierenkino lief, ließen sich Spielberg & Gefolge zum Abendessen ins „The Grand“ in die Hirtenstraße in Mitte chauffieren.

Tom Hanks: Der Hollywoodstar erinnerte sich am Premierentag in Berlin noch gut daran, dass der Schnee, der im Film zu sehen ist, zwar künstlich ist, sein Bibbern war allerdings nicht gespielt. Die Temperaturen gerieten dermaßen knackig, dass er die Crewmitarbeiter beneidete, die nicht vor der Kamera standen: „Die waren dick eingepackt, und wir Schauspieler trugen diese viel zu wenig vor der Kälte schützenden Klamotten aus den 60er-Jahren.“ Hanks konnte seinem Leiden aber auch Positives abgewinnen: „Wie passend für einen Film über den Kalten Krieg!“ Er ist sich sicher: „Es hat einen besonderen Thrill, Geschichte an dem Ort zu verfilmen, an dem sie passiert ist.“

Amy Ryan: Die Hauptdarstellerin, bekannt aus Filmen wie „Birdman“ und „Gone Baby Gone“, freute und wunderte sich über Spielberg: „Er gibt jedem, auch wenn er nur eine kleine Rolle spielt, das Gefühl, gleichwertig und wichtig für den Film zu sein.“

Steven Spielberg: Dem Regisseur war die Journalistenfrage, ob Edward Snowden für ihn ein Held oder ein Verräter sei, zu heikel. Er reichte sie – typisch Chef! – durch. Und Tom Hanks wich – typisch Untergebener! – geschickt aus. Die Telefonfirma Verizon und der Datenriese Google „wissen wahrscheinlich mehr über mich als die NSA.“ Über das aktuelle Verhältnis zwischen den USA und Russland, das in manchem dem von Damals ähnelt, sagte Spielberg am Freitag in Berlin: „Die Verhältnisse lassen sich nicht mit dem Kalten Krieg vergleichen. Aber es liegt ein bisschen Frost in der Luft.“

Sabine Schulmeyer: Dem Organisationstalent ist im Auftrag von Koproduzent Studio Babelsberg in fünf Monaten gelungen, was vorher noch niemand schaffte. Sie hat im Ringen mit 23 Berliner und Potsdamer Behörden und Institutionen die Genehmigung erkämpft, für die Dreharbeiten von Steven Spielberg die Glienicker Brücke eine Woche lang komplett zu sperren. Einzige Ausnahme: Rettungswagen durften jederzeit passieren. Für die flotten Retter musste Spielberg dreimal die Dreharbeiten unterbrechen.

Edin Hasanovic: Der Schauspieler („Das Leben ist nichts für Feiglinge“) war mit dem Freund und Kollegen Johannes Nussbaum („Vorstadtweiber“) auf der Premiere und wünschte sich heftig, dass er den anwesenden Hollywoodleuten ins Auge fällt: „Man hofft, dass sie einen sehen, entdecken und engagieren.“

Sebastian Koch: Der Schauspieler ist in „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ als Ost-Berliner Anwalt Wolfgang Vogel zu sehen. Er bezeichnet sich als Fan des Films, den er schon bei der New Yorker Premiere im Oktober sah. Koch empfand die Arbeit mit Steven Spielberg als großes Geschenk. „Er schafft eine private Atmosphäre am Set, die angstfrei und kreativ ist.“

Jannik Schümann: Der Schauspieler hatte sich in Vorbereitung auf die Spielberg-Premiere einen anderen Film des Regisseurs angeschaut. Allerdings schaffte er auch diesmal wieder nicht, die Peter-Pan-Geschichte „Hook“ bis zum Ende zu sehen: „Das kann ich einfach nicht, weil ich von Dustin Hoffman in diesem Film Albträume bekomme.“