Berlin - Jürgen Zöllner musste in den vergangenen fünf Jahren viel Kritik einstecken. Als Schul- und Wissenschaftssenator hatte der SPD-Politiker ein riesiges Feld zu beackern. Dabei hat er einiges erreicht. Beispielsweise eine große Bildungsreform. Und nun hat der scheidende Senator der Stadt noch ein Abschiedsgeschenk gemacht.

Dafür, dass er in den vergangenen Monaten mit Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) eine Kooperation der Charité mit dem Max-Delbrück-Centrum verabredet hat, dankten ihm am Donnerstag im Parlament Abgeordnete mehrerer Fraktionen. Bedeutet der Zusammenschluss der Charité mit dem zu 90 Prozent aus Bundesmitteln finanziertem Forschungszentrum doch, dass auch die Charité ab 2013 finanziell vom Bund gefördert wird. Die Rede ist von mindestens 40 Millionen Euro jährlich, die zusätzlich zu den Landesmitteln in Höhe von 180 Millionen Euro der wissenschaftlichen Exzellenz zugute kommen sollen.

Mehr Geld auch vom Land

„Für Berlin wird das keine Sparbüchse sein“, sagte der wissenschaftspolitische Sprecher der SPD, Lars Oberg. Im Gegenteil: Der Landeszuschuss für die Charité werde in den nächsten Jahren wieder steigen. Die Zusage des Bundes sei „ein vorsichtiges Licht am Ende eines zu gehenden Weges“. Denn mit der nun gefundenen Konstruktion sind die Probleme der Charité nicht gelöst. So umfasst die Förderung des Bundes weder die Krankenversorgung noch können mit den zusätzlichen Mitteln die Klinikstandorte saniert werden.

Noch viele Fragen offen

Anja Schillhaneck, Wissenschaftsexpertin der Grünen, sagte daher, die beschlossene Zusammenarbeit zwischen Charité und dem Max-Delbrück-Centrum in Buch gebe bislang nicht viel mehr als eine Schlagzeile her. „Wie soll eine Kooperation aussehen, welches Konzept gibt es?“, fragte sie. Müsse erneut die Diskussion geführt werden, ob alle drei Standorte der Charité gehalten werden können? Die Fusion mit dem Max-Delbrück-Centrum sei lediglich ein kleiner Baustein.

Zöllner selbst bezeichnete die ab dem Jahr 2013 geplante Zusammenarbeit von Charité und Max-Delbrück-Centrum unter einem gemeinsamen Dach als riesige Chance. Sie zu nutzen, dafür sind nun andere zuständig. „ Ich bin alt und grau geworden in diesem Geschäft“, sagte der scheidende Schul- und Wissenschaftssenator.