Berlin - Das gibt wieder Zoff: Kaum werden die umstrittenen, Parklets genannten 17 Sitzgelegenheiten in der Bergmannstraße abgeräumt, setzt Baustadtrat Florian Schmidt eine neue Idee um: „Stonelets“. Er lässt Findlinge auf die freiwerdenden Flächen am Straßenrand legen.

Die Brocken, die während der Bauarbeiten auf der Friesenstraße schon einmal an der Marheineke-Markthalle auf die Fahrbahn gelegt worden waren, sollen laut Schmidt „Freiräume gegen Falschparken“ sichern, bis „Nutzungen definiert sind“, wie der Grünen-Politiker über Twitter verkündete. Das kann noch dauern, Parkplätze dürfen es wohl kaum wieder werden. In bisherigen Beteiligungsverfahren haben sich befragte Bürger mehrheitlich für eine weitgehend autofreie Bergmannstraße ausgesprochen.

Parklets sollten eigentlich bis November stehen bleiben

Der FDP-Abgeordnete Bernd Schlömer kritisierte, Schmidt torpediere mit einsamen Entscheidungen erneut den laufenden Beteiligungsprozess für die Neugestaltung der Straße: „Im wahrsten Sinne des Wortes legt er Anwohnern und Gewerbetreibenden Steine in den Weg.“ Die Versuche Schmidts, unter anderem mit den Parklets den Verkehr in der Straße zu beruhigen, seien wegen der Kosten von 1,6 Millionen Euro ein Fall für den Rechnungshof.

Die im Herbst 2018 aufgestellten Parklets werden abgebaut, weil die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg das mehrheitlich gefordert hatte. Eigentlich sollten sie ein Jahr lang bis November stehen bleiben.