Berlin - Fiona Bennetts Hut-Kreationen wirken anachronistisch und zeitlos zugleich. Kein Wunder, dass Stars wie Brad Pitt, Katie Holmes, Christina Aguilera oder Barbara Schöneberger sich gerne von der Modistin behüten lassen. Zu Preisen zwischen 150 und 3 000 Euro.

Jetzt hat die gebürtige Engländerin ihren Salon in Berlin wiedereröffnet – doch statt an den durchgentrifizierten Hackeschen Markt ist sie nun mit ihrer Boutique in die Potsdamer Straße gezogen. Dorthin, wo sich noch alteingesessene Spätkäufe, Dönerläden, Ein-Euro-Shops und nicht zuletzt der Straßenstrich mit Galerien, Designer-Boutiquen sowie den ersten Hipster-Lokalen die Hand geben.

2009 hatte die Hutmacherin ihren Salon geschlossen – und erst 2012 „ihre Mitte“ gefunden, wie sie sagt. Die eine richtige Location musste es sein. Damals, als sie am Hackeschen Markt ihren Laden eröffnete, war sie eine der Ersten in Mitte. „Da kaufen jetzt nur noch Turnschuhträger, Jeanskäufer und Fast-Food-Esser ein“, sagt Bennett. Die Potsdamer Straße hingegen weckte ihren Pioniergeist. Andreas Murkudis war bereits mit seinem rund tausend Quadratmeter großen Concept Store aus der Münzstraße dorthin gewechselt. Und die Agentur Edenspiekermann hat ihre Büros im ehemaligen Tagesspiegelgebäude nebenan bezogen. Mit der Öffnung des Parks am Gleisdreieck wird der Salon bald fußläufig von Kreuzberg aus erreichbar sein.

Bennetts neuer Salon erstrahlt komplett in Weiß. Die Wand mit den runden Vitrinen ist eine Hommage an ihre ehemalige Arbeitsstätte. Der Fußboden das Werk einer Künstlerin, die Holzgegenstände aus ihrem alten Atelier zersägt und wie ein Mosaik in den Grund eingelassen hat. Neu ist auch der Showroom. Hier können Passanten nun die Entstehung der Kreationen in aufwendiger Handarbeit verfolgen – direkt durchs Schaufenster von der Straße aus.