Fipronil: Salate zurückgerufen - Kaufland-Filialen nehmen Eier aus dem Sortiment

Auch in Berlin sind mit dem Insektengift Fipronil belastete Lebensmittel aufgetaucht. In den 30 Kaufland-Filialen in der Hauptstadt wurden am Freitag Eier aus dem Sortiment genommen. Bereits am Donnerstagabend hatte ein deutscher Lebensmittelproduzent gemeldet, dass er ein mit Fipronil belastetes Frühstücksprodukt an einen Supermarkt in Spandau geliefert hatte.

Wie ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz am Freitag sagte, gingen Meldungen über belastete Lebensmittel über das europäische Schnellwarnsystem ein. Dort hätten sich Hersteller und Händler gemeldet. Die betroffenen Produkte müssen in solchen Fällen schnellstmöglich aus den Supermarktregalen verschwinden.

Die bei Kaufland beanstandeten Eier wurden nach Angaben der Senatsverwaltung aus einem Großlager in Brandenburg nach Berlin geliefert, in dem am Donnerstag mit Fipronil verseuchte Eier aus den Niederlanden gefunden worden waren.

Nur noch nachweislich unbelastete Eier im Verkauf

Nach Bekanntwerden der Belastung zog Kaufland Konsequenzen: Man werde bundesweit nur noch Eier von Lieferanten verkaufen, die nachweisen könnten, dass ihre Eier fipronilfrei sind, teilte die Supermarkt-Kette mit. Außerdem nehme das Unternehmen alle Eier mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis zum 18. August aus dem Handel.

Der Discounter Aldi hat mittlerweile deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf genommen. Es handele sich um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, hieß es. Es könne weiter von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden.

Salate wegen belasteter Eier zurückgerufen

Wegen belasteter Eier werden sechs Salatprodukte des Herstellers Neue Mayo Feinkost GmbH in Lübeck zurückgerufen. Bei der Herstellung seien mit Fipronil belastete Eier verwendet worden, heißt es auf der Seite lebensmittelwarnung.de der Länder und des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Konkret handelt es sich demnach um „Porreesalat Toscana“, „Oma's Pellkartoffelsalat“ (Mindesthaltbarkeitsdatum 16. August), „Gosch Sonntagsfrühstück“, „Eiersalat klassisch“ (Mindesthaltbarkeitsdatum 18. August), „Hofgut Eiersalat“ (Mindesthaltbarkeitsdatum 16. August) sowie „Hofgut Thunfischsalat“ (Mindesthaltbarkeitsdatum 16. August).

Die Produkte wurden laut Warnung in Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vertrieben. Der Hersteller habe „als Maßnahme des vorbeugenden Verbraucherschutzes die Rücknahme der aufgelisteten Produkte eingeleitet“, heißt es auf der Seite.

Die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz hält es für möglich, dass demnächst in Berlin weitere Produkte auftauchen, in denen mit dem Läuse-Gift Fipronil belastete Eier verarbeitet sind. „Die Verbraucher haben keine Chance, das zu erkennen“, sagte der Sprecher. Deshalb seien Hersteller und Händler angehalten, ihre Produkte zu überprüfen und Fälle von Fipronil-Belastung umgehend zu melden. (dpa)