„Gruppen meiden“. Noch ist das die einzige Ansage am BER.   
Foto:  Nikolaus Bernau

BerlinDie Skandale um den Bau, die Sanierung, die Kosten, die den Flughafen BER über Jahre erschütterten, verdeckten, dass hier ein veritables Stück Architekturgeschichte entstanden ist, ein Bau, der nicht nur seiner schieren Dimensionen wegen interessant ist. Die Architekten Meinhard von Gerkan, Hubert Nienhof und Hajo Paap sowie ihre vielen Kollegen aus dem Hamburger Büro von von Gerkan, Marg und Partner (GMP), haben hier in fast 23 Jahren Arbeit nämlich mehr als nur eine Abflug- und Landestation geschaffen. Entstanden ist ein gebauter Kommentar dazu, welche Rolle die auf den ersten Blick so eisenhart durch Funktionen vorherbestimmte Verkehrsarchitektur in der ständigen Suche nach gesellschaftlicher Identität spielen kann.

Das beginnt schon bei der Anfahrt über das riesige Gelände, beim Gang über den Vorplatz, begrenzt durch einen Verwaltungsbau, das Hotel und den Hauptterminal des Flughafens. Baumreihen würden der demonstrativen Würde des Ortes nicht schaden, denkt man in der Sommerhitze. Eine im Vergleich niedrige Halle mit strengen Pfeilerreihen ist dem Terminal vorgelagert, die der steinhart gepflasterten Fläche Proportion gibt. Das wirkt zuerst einmal überreichlich monumental, erinnert an die Architektur der 1990er- und frühen 2000er-Jahre mit ihrer Suche nach neuem Pathos, neuer Größe.

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