Es war eine waghalsige Flucht, die lange verschwiegen wurde, um nicht zu Nachahmungen anzuregen. Vier DDR-Bürger flüchten per Anhalter in den Westen: Das hört sich unglaublich an, hat sich aber wirklich so zugetragen. Am 8. März 1980 steht Dieter Wendt, Stellwerksmechaniker bei den Ost-Berliner Verkehrsbetrieben BVB, mit Verwandten im Tunnel der U-Bahn-Linie U8. Sie spüren einen Lufthauch: Ein Zug kommt. Mit seiner roten Signalleuchte hält der Ost-Berliner die U-Bahn der West-Berliner BVG an. „Wir möchten mit“, sagte er. Der BVG-Fahrer entgegnet: „Rein und hinlegen!“ Minuten später waren die DDR-Bürger in Kreuzberg.

Ein neues Buch erinnert an die Flucht im Transittunnel – und an weitere Ereignisse, die sich im Kalten Krieg bei der BVG zugetragen haben. „Endstation: Mauer. Die Berliner Verkehrsbetriebe in Ost und West 1945 – 1989“: So heißt das Werk, das die Historiker Christian Dirks und Christian Mentel von der Agentur Bergzwo verfasst haben. Den 136-Seiten-Band, der in 1 800 Exemplaren im Mitteldeutschen Verlag erschienen ist, gibt es ab sofort für 14,95 Euro bei der BVG.

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