Berlin - Die Polizei hat den Hungerstreik von 25 Männern aus afrikanischen Ländern in Mitte als Versammlung anerkannt. Die Männer dürfen ihren Protest dauerhaft als Mahnwache fortsetzen. Wie berichtet, haben die Männer am Wochenende am Rande des Alexanderplatzes ein provisorisches Lager aufgeschlagen und sind in den Hungerstreik getreten. Sie wollen erreichen, dass alle Abschiebungen gestoppt werden, ihr Aufenthalt dauerhaft anerkannt wird und die Dublin-Verträge, nach denen in Europa die Zuständigkeiten für Flüchtlinge geregelt sind, aufgehoben werden.

Eigentlich wollten sich die Männer an der Weltzeituhr niederlassen. Daran habe sie aber die Polizei gehindert, sagen sie. Jetzt liegen sie auf Isolierfolien und Matten, in Skikleidung und Decken gehüllt, vor dem Berliner Congress Center an der Alexanderstraße auf dem Gehweg. Unterstützer versorgen sie mit Wasser und Tee. Von Zeit zu Zeit bleiben Passanten stehen und lesen, was auf Transparenten steht. Nicht alle Kommentare sind freundlich.

Angst vor einem festen Camp

Für die Kundgebung wurden Auflagen nach dem Versammlungsrecht verhängt. Dementsprechend ist es am Ort der Mahnwache untersagt, Zelte aufzubauen, Schlafsäcke zu benutzen sowie Planen, Tische und Stühle. Groß ist die Angst vor einer Entwicklung wie am Oranienplatz. In Kreuzberg hatten protestierende Flüchtlinge über eineinhalb Jahre ein bewohntes Camp mit festen Bauten etabliert.

Die Männer vom Alexanderplatz sagen, sie seien aus verschiedenen afrikanischen Ländern geflüchtet und in europäischen Heimen gelandet, die sie nun verlassen hätten. „Wir können in Europa unmöglich in Würde leben. Die aktuelle Asylpolitik hindert uns daran, Wohnungen zu mieten und zu arbeiten, um für unseren Unterhalt aufzukommen“, heißt es in einer Erklärung. (juli.)