Potsdam - Das Innenministerium in Potsdam prüft Vorwürfe, wonach die Brandenburger Ausländerbehörde minderjährige Flüchtlinge benachteiligt haben soll. Ressortchef Ralf Holzschuher (SPD) ließ am Mittwoch mitteilen, den Anschuldigungen werde umfassend nachgegangen. Nach einem Zeitungsbericht soll die zentrale Ausländerbehörde (ZABH) in Eisenhüttenstadt mehreren somalischen Jugendlichen, die ohne Eltern nach Deutschland geflohen waren, Ausweise mit neuen Geburtsdaten ausgestellt haben. Dadurch seien sie zu Volljährigen gemacht worden.

Für die Betroffenen kann eine solche Veränderung ihres offiziellen Alters gravierende Konsequenzen haben: Sind Flüchtlinge jünger als 18 Jahre, dürfen sie nicht abgeschoben werden. Außerdem müssen sie in einer Jugendhilfeeinrichtung untergebracht werden und dürfen eine Schule besuchen. Gelten sie als volljährig, so entfällt dies, und ihr Aufenthaltsstatus ist unsicherer.

Ob aber tatsächlich Manipulationen vorkamen, und wer dafür verantwortlich war, ist ungeklärt. Das Innenministerium erklärte, bis auf einen seien die jungen Somalier über Hamburg oder Bayern nach Brandenburg gekommen. Die ZABH habe die Dokumente samt Altersangaben übernommen, die die Flüchtlinge mitgebracht hätten. Die Behörde stelle selbst „keine Personaldokumente aus und nimmt auch keine Altersfeststellungen von Asylbewerbern vor“, sagte ein Sprecher. Ausgefertigt werde lediglich ein Heimausweis für die Erstaufnahme-Einrichtung in Eisenhüttenstadt.