Auf dem Klingelschild steht in schwarzen Druckbuchstaben „Hamdouli“. Ibrahim Hamdouli steckt den Schlüssel ins Schloss und dreht ihn herum. Die Tür springt auf und der Mann betritt seine neue Wohnung. Als ob das völlig normal wäre. Aber das ist es nicht. Ibrahim Hamdouli kommt aus Aleppo. Er ist ein Flüchtling aus Syrien. Vierzehn Monate hat er im Übergangswohnheim für Flüchtlinge des Internationalen Bundes in Köpenick gewohnt. Über ein Jahr in einem Berliner Containerdorf also, bis er an ein eigenes Klingelschild und einen Hausschlüssel für eine Wohnung in Deutschland gekommen ist: Alfred-Randt-Straße, Köpenick, 10. Stockwerk, fünf Minuten entfernt vom Heim.

Noch immer erreichen jeden Tag Menschen aus Krisengebieten Berlin. Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge hat sich jedoch drastisch verringert. Waren es im vergangenen Jahr in Spitzenzeiten bis zu 1000 täglich, kommen jetzt weniger als 50 jeden Tag neu in die Stadt. Die ersten zu Notunterkünften umfunktionierten Turnhallen sollen ab Mai geräumt werden. Nicht mehr die Unterbringung bindet mittlerweile die Kräfte der Behörden. Jetzt geht es um die Integration der Menschen in die Gesellschaft.

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