Der Bürgermeister des Bezirks Mitte, Christian Hanke (SPD), hat am Dienstag massive Anschuldigungen gegen Sozialsenator Mario Czaja (CDU) erhoben. In diesem Jahr müsse man von 45.000 Flüchtlingen in der Stadt ausgehen, so Hanke. „Wenn nicht entschiedener vom zuständigen Senator gehandelt wird, werden wir in den nächsten Wochen und Monaten auf ein Desaster zulaufen.“

Insbesondere müsse der Senator mehr Verantwortung etwa für das Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in der Turmstraße in Moabit übernehmen. Hanke warf Czaja vor, an zahlreichen Krisensitzungen etwa des Koordinierungsstabes nicht teilgenommen und notwendige politische Entscheidungen nicht getroffen zu haben, um die humanitäre Situation der Geflüchteten zu verbessern.

In Moabit wird laut Hanke die Lage wegen Hunderter wartender Asylsuchender immer schwieriger. Dem Senator wirft Hanke vor, die Situation vor Ort, „die eher einem ,Dritte-Welt-Land‘ gleicht“, schön zu reden, nicht wahrzunehmen oder zu leugnen. Vergangene Woche hatte Hanke bereits die Einrichtung eines medizinischen Erstversorgungszentrums auf dem Lageso-Gelände gefordert.