Im Jahr 2016 – ein Jahr nach dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms – hat der Senat beschlossen, an 17 Standorten Containerdörfer zu errichten. Die sogenannten Tempohomes mit Platz für 5300 Menschen sollten die prekäre Unterbringung von Geflüchteten rasch verbessern und Notunterkünfte entlasten. Sie wurden nach dem Sonderbaurecht für Flüchtlinge errichtet: Die Genehmigung ist auf drei Jahre begrenzt. Diese drei Jahre laufen gerade ab. Und es stellt sich die Frage: Was nun?

In der Buchholzer Straße in Pankow sollen die Container zurückgebaut werden. Seit Oktober 2017, also seit anderthalb Jahren, leben hier rund 500 Flüchtlinge. Eine Antwort der Senatsverwaltung für Integration auf eine AfD-Anfrage zu der Pankower Anlage gibt nun Einblick in die Gesamtkosten: Die Bau- und Materialkosten betrugen 9,5 Millionen Euro, die Erschließung der Infrastruktur 100.000 Euro. Die Möblierung verbucht die Verwaltung mit 1000 Euro pro Bewohner. Die Kosten für den Rückbau werden mit vier Millionen Euro einkalkuliert.

Für die AfD sind diese Zahlen ein Skandal: „Es ist eine Schande, wie der Senat mit dem hart erarbeiteten Steuergeld der Berliner umgeht“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ronald Gläser. Er verweist darauf, dass der Senat nicht allzu weit entfernt vom Containerdorf nun in der Kirchstraße in Rosenthal eine Modulare Unterkunft plane.

Tempelhofer-Feld-Gesetz widerspricht einem Weiterbetrieb 

Diese Unterkünfte werden aus Beton errichtet und können 80 Jahre stehen bleiben. „Kurzfristig müssten bestehende Einrichtungen weiterbetrieben werden“, so Glaeser. Auch die CDU plädiert dafür, die Tempohomes weiterzubenutzen. Die Senatsverwaltung für Integration teilte am Sonntag mit, dass sie die Tempohome-Standorte zurzeit darauf prüfe, ob die Container bleiben können.

Bei der größten Anlage – der auf dem Tempelhofer Feld mit rund 1000 Plätzen – ist das ausgeschlossen: Dort widerspricht das Tempelhofer-Feld-Gesetz einem Weiterbetrieb. Auch aus der Buchholzer Straße in Pankow sollen die Container verschwinden. In diesem Fall aber sollen zumindest die Container in den „Prozess der Prüfung der Weiternutzung“ eingebunden werden.