Berlin - Von den neuen Nachbarn habe er aus einem Flugblatt im Treppenhaus erfahren, sagt Ronald Habel. Er blickt von seiner Wohnung in Berlin-Hellersdorf auf den leeren Schulbau und wundert sich. Dort sollen bis zu 400 Flüchtlinge einziehen. Habel spricht vorsichtig. Der kräftige Endvierziger betreibt einen Sicherheitsdienst und kennt sich aus. Habel versucht, seine Ratlosigkeit hinter Fragen zu verbergen. Wie haben die so schnell eine Baugenehmigung bekommen, wie soll die medizinische Versorgung aussehen, was ist mit den Toiletten? Dann bricht es aus ihm aus: „Wenn hier das Heim steht, ziehe ich wieder weg.“

Seitdem am vergangenen Dienstag 50 bis 70 Rechte eine Bürgerversammlung für das Flüchtlingsheim am Stadtrand zur Stimmungsmache gegen Ausländer ausnutzten, eskaliert in Berlin wieder der Streit um die Asylsuchenden. Erst im Mai war es gelungen, die Nachbarn im gutbürgerlichen Westend auf der anderen Seite Berlins zu besänftigen. Dort hat eine Notunterkunft für 250 Menschen geöffnet.

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