Nach der Absage von Fördergeldern hat das Flüchtlingsprojekt „Refugee Club Impulse“ (RCI) Rassismus- und Antisemitismusvorwürfe zurückgewiesen. Das Kollektiv, in dem Flüchtlinge gemeinsam mit Einheimischen Theater spielen, vertrete ein offene Weltanschauung, in der keiner diskriminiert werde, sagte der Mitbegründer des RCI, Ahmed Shah, am Freitag in Berlin. „Wir stellen uns gegen jede Form von Antisemitismus und anderen Rassismus.“

Dem Integrantionsprojekt werden Verbindungen zu dem als antisemitisch geltenden Al-Kuds-Bündnis vorgeworfen. Zwei Mitbegründer hatten an Al-Kuds-Demonstrationen teilgenommen. Fotos und Videos belegen zum Beispiel, wie eine von ihnen auf dem Lautsprecherwagen mitfährt oder deren Schwester Plakate bereitstellt, Flyer verteilt und Spenden sammelt. Zudem zeigen mehrere Fotos die Aktivistin mit Ohrringen, auf denen das Hisbollah-Logo prangt. Wegen dieser Vorwürfe war am Mittwoch der Antrag auf Senatsförderung für das Berliner Projekt zurückgezogen worden.

Die Arbeiterwohlfahrt, die den Antrag gestellt hatte, hatte um seine Rückstellung gebeten, um die Vorwürfe zu klären. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zog ihre Nominierung für den Sonderpreis für kulturelle Projekte mit Flüchtlingen zurück. (dpa/BLZ)