Berlin - Um die kleine Turnhalle der Müggelschlößchen-Grundschule herum war Polizei präsent. Jeder, der rein wollte, musste sich als Anwohner ausweisen und seine Anmeldung vorzeigen. In der mit 300 Menschen voll besetzten Turnhalle war die erste Stuhlreihe frei, „Reserviert“-Schilder lagen dort. Nur zwei Polizisten nahmen Platz. Einer legte einen großen schwarzen Regenschirm unter seinen Sitz – als Schutz gegen Eierwürfe, wie er später erklärte.

Kurz nach 21 Uhr, zwei Stunden nach Beginn des Abends, war die Erleichterung bei den Verantwortlichen groß. Eier waren nicht geflogen, Tumulte blieben aus. Alle, die an die Saalmikrofone traten, hielten sich an die Ansage des Moderators, der sich rassistische und beleidigende Äußerungen verbeten hatte.

Informationen zum Container-Dorf gab es vom Podium, wo neben Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) und Sozialstadträtin Ines Feierabend (Linke) auch der Leiter des zuständigen Polizeiabschnitts, Markus Knapp sowie Claudia Schütz vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) und Peter Hermanns, der künftige Heimleiter der Unterkunft, saßen.

Podium und Besucher waren sich schnell einig darüber , dass der Alleingang von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) bei der Bekanntgabe des Standortes der Hauptgrund für den Unmut im Viertel ist. Und auch darüber, dass Flüchtlinge ein Dach überm Kopf brauchen. Wie dieses Dach aussieht, erläuterte Heimleiter Hermanns, der zur Besichtigung der Container und zur Mithilfe beim Zusammenleben einlud. Eine Frau bot daraufhin an, eine Bibliothek in der Unterkunft aufzubauen.

Fragen gab es zur medizinischen Versorgung. Was normal ist, da Köpenick ohnehin mit Ärzten sehr schlecht ausgestattet ist. Stadträtin Feierabend teilte mit, dass sie mit der Kassenärztlichen Vereinigung über mehr Mediziner verhandele. Und dass für alle Flüchtlinge, die nach Berlin kommen, ein TBC-Test obligatorisch ist.

Außer Masern und Windpocken in den Erstaufnahmelagern grassierten derzeit keine weiteren Krankheiten. Auch der Schulbesuch der Flüchtlingskinder war Thema. An der Müggelschlößchen-Grundschule, teilte Oliver Igel mit, werden vier Lerngruppen für jeweils 12 Kinder eingerichtet. Auch die benachbarte Flatow-Oberschule bereite zwei Gruppen vor. Die Grundschule soll saniert und zur Gemeinschaftsschule ausgebaut werden. Die Finanzierung dafür werde jetzt beim Senat beantragt.

Seltsame Fragen gab es auch. So wollte eine Frau wissen, was zur Geburtenkontrolle der Flüchtlinge getan werde. Die offensichtlich irritierte Lageso-Frau Claudia Schütz darauf: „Grundsätzlich greifen wir nicht in private Belange ein.“