BerlinMuseen sind offene Häuser und müssen die Balance zwischen der Sicherheit ihrer wertvollen Objekte und deren Nahbarkeit wahren.

Stadtmuseum: Im Stadtmuseum gelten Regeln, deren Einhaltung wohl die meisten Häuser von den Besuchern verlangen. Wie von der Pressestelle zu erfahren war, müssen sperrige oder scharfkantige Gegenstände wie Akten- und Fotokoffer, Stative, Stöcke, Selfie-Sticks oder Schirme jeglicher Größe sowie große Rucksäcke und Taschen abgegeben werden. Es ist nicht gestattet, Flüssigkeiten mit in die Ausstellungsräume zu nehmen. Mäntel, Jacken, Umhänge und ähnliches dürfen nicht über dem Arm oder nur locker umgehängt getragen werden. Mobilitätshilfen (Buggys, Rollstühle, Gehhilfen) sind erlaubt. In den Ausstellungsräumen wachen geschulte Aufsichtspersonen, oberste Priorität hat der Schutz der Objekte sowie der Besucherinnen und Besucher. Wie sie das tun, hängt von unterschiedlichen Räumlichkeiten der verschiedenen Museen der Stiftung Stadtmuseum Berlin ab. Für die Berlin-Ausstellung im Humboldt-Forum wird ein neuartiges Aufsichten-Konzept erarbeitet. Details über Aufsicht und Videoüberwachung behält man aus Sicherheitsgründen für sich.

Im Jüdischen Museum: Im Jüdischen Museum geht es wegen der dauerhaft erhöhten Bedrohung generell strenger zu: Jeder Besucher hat am Eingang eine Sicherheitsschleuse ähnlich wie am Flughafen zu passieren, Taschen, Jacken und Mäntel werden durchleuchtet und gegebenenfalls gesondert kontrolliert. Auch hier bleiben große Stücke an der Garderobe zurück. Wie auf einer Internetseite des Museums zu erfahren ist, besteht seit Langem eine Sicherheitskooperation mit dem Landeskriminalamt. Die Berliner Polizei gewährleistet durchgängigen Objektschutz. Darüber hinaus ist ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz. Technische Sicherheitseinrichtungen stehen zur Verfügung. Seit einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel 2014 wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Gleichwohl legt man Wert auf ein herzliches Willkommen. „Hosts“, Gastgeber, heißen die an ihren rot-weiß-gemusterten Schals erkennbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Securitas, die  „Aufsicht“ freundlich gestalten statt durch strenge Blicke und Ermahnungen, so liest man es auf der Website. Von der Pressestelle war zu erfahren, für akute Störfälle gebe es Handlungsanweisungen und „definierte Workflows“. Über Details werden keine Auskünfte erteilt.

Die Museumsinsel: Die Museumsinsel war zum letzten Mal vor dreieinhalb Jahren wegen eines gravierenden Sicherheitsmangels in die Schlagzeilen geraten. In der Nacht zum 27. März 2017 waren Diebe durch das einzige nicht alarmgesicherte Fenster in das Bodemuseum gelangt und hatten die 100 Kilogramm schwere „Big Maple Leaf“ aus hochreinem Gold gestohlen. Das ungesicherte Fenster war nach dem Diebstahl ausgetauscht und an das Alarmsystem angeschlossen worden.