Berlin - Überaus gepflegte, schlanke,  Menschen standen am Sonnabendvormittag  bei der Lufthansa-InTouch-Zentrale am Tempelhofer Hafen an. Der Grund: Bis zum Sommer 2017 sind beim Luftfahrtkonzern etwa 2400 Flugbegleiter-Stellen zu besetzen. Und weil  alles schnell gehen muss und sich online  nicht ausreichend Bewerber finden, wird zusätzlich eine Casting-Tour durch Deutschland veranstaltet. Die Bewerber mussten zunächst Bögen ausfüllen – Schulausbildung, Größe, Gewicht, Dioptrienstärke angeben und versichern, dass sie keine sichtbaren Piercings oder Tattoos haben.

Insgesamt hat Lufthansa in Berlin etwa 300 Bewerber zugelassen, danach wurde die Tür geschlossen, zu spät Kommende wurden auf die Möglichkeit verwiesen, sich online zu bewerben. Diejenigen, die es zum Casting für ihren Traumberuf geschafft haben, mussten vor allen Dingen lange warten. Immer wieder kamen  aber Lufthansa-Mitarbeiterinnen in Uniform zu den Bewerbern,  sprachen mit ihnen, wollten ihnen dadurch die Nervosität nehmen, sie darin bestärken, an sich zu glauben. Insgesamt mussten die Bewerber – von denen 80 Prozent Frauen  waren–  zwei Tests bestehen: zwei Einzelgespräche mit erfahrenen Lufthansa-Mitarbeitern und Psychologen, eines auf Englisch, eines auf Deutsch. Klaus Jacobsen, der Organisator des Flugbegleiter-Castings, war zufrieden. 

„Durch direkte Einzelgespräche können wir besser einschätzen, ob die Person zu uns passt“, sagte er.
  90 von 300 Bewerbern haben es geschafft. Viele Interessenten kamen aus Berlin, aber auch aus Süddeutschland und ganz Europa.  Die Ausbildung, die in München oder Frankfurt stattfinden wird, dauert zwölf Wochen. Die Ausgewählten können entweder  eine unbefristete 83-Prozent-Stelle  (2040 Euro brutto) oder eine befristete 50-Prozent-Stelle (1592 Euro)  antreten.