Die Sicherheitskontrollen an internationalen Luftdrehkreuzen sind verstärkt worden. Der Grund sind neuartige Sprengstoffe, die mit herkömmlichen Kontrollgeräten nicht mehr zu erkennen sind. Die US-amerikanischen Sicherheitsbehörden haben auf die Neuerungen reagiert. Jetzt zieht offenbar auch Deutschland nach. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sind vor allem in Deutschland die Drehkreuze in Frankfurt am Main und München betroffen. Auch die Passagiere in den Flughäfen in Tegel und Schönefeld müssen über kurz oder lang mit aufwendigeren Kontrollen rechnen. Der Flughafenbetreiber äußerte sich dazu nicht. Das sei Sache der Sicherheitsbehörden, hieß es.

Besonders betrifft es das Terminal A auf dem alten Flughafen in Schönefeld. Das Besondere auf diesem Airport ist der Ablauf der Gepäckkontrollen. Im Terminal A, der aus DDR-Zeiten stammt, wird das Gepäck vor den Check-in-Schaltern durchleuchtet und kontrolliert. Danach wird es mit einer speziellen Banderole versehen.

Vorgelagerte Durchleuchtung

Der Passagier nimmt es wieder in Empfang und geht 15 Meter weiter zu den Schaltern. Dort wird das Gepäck wieder in Empfang genommen und dem jeweiligen Flug zugeordnet. Der Passagier selbst wird mit seinem Handgepäck dann wieder extra kontrolliert. Diese Prozedur ist es, die immer wieder kritisiert wird. Auf dem kurzen Weg könnte theoretisch Sprengstoff im Koffer deponiert werden. Passagiere haben sich deshalb angeblich beim Flughafenbetreiber beschwert.

Die Bundespolizei wies am Montag den Vorwurf der Sicherheitslücke zurück. Meik Gauer, Sprecher der Bundespolizei Berlin sagte, dass dieses Verfahren von der EU zugelassen ist und allen grundsätzlichen Sicherheitsstandards entspreche. Dennoch würden die Standards immer wieder überprüft, sagte Gauer auf Anfrage. „Zur Verhinderung der Manipulation von Gepäckstücken erfolgen regelmäßige Prüfungen zur Optimierung der Verfahren.“ Außerdem verwies Gauer darauf, dass der Bereich nach der Großgepäckkontrolle im Terminal A zusätzlich überwacht wird. Einzelheiten nannte er nicht.