Sie ist eine der am stärksten wachsenden Fluggesellschaften in Europa. Und sie würde nur zu gern eine der ersten Airlines sein, die ihren Betrieb vom alten zum neuen Schönefelder Flughafen verlegt – möglichst noch in diesem Sommer. Doch so, wie es aussieht, wird Norwegian noch nicht zum Zuge kommen. Nach Informationen der Berliner Zeitung hat die Flughafengesellschaft FBB den Wunsch der norwegischen Airline, an dem ab Juli geplanten Testbetrieb im BER-Nordpier teilzunehmen, abgelehnt.

„Wir freuen uns sehr über das Interesse von Norwegian, das Unternehmen ist für uns ein wichtiger Partner und unter den Top-Ten-Airlines in Berlin“, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel am Donnerstag. Doch er bestätigte die Information, dass der Testbetrieb in einem kleinem Rahmen starten soll – möglichst mit nur ein oder zwei Flügen pro Tag. Dafür sei Norwegian inzwischen zu groß, heißt es bei der Flughafengesellschaft.

Glücklich in Schönefeld

Das Luftfahrtunternehmen ist seit Jahren auf Expansionskurs und hat 222 Flugzeuge gekauft. Von Schönefeld aus steuert Norwegian längst nicht mehr nur Oslo, Bergen, Trondheim und Stavanger in Norwegen, Kopenhagen in Dänemark und Stockholm in Schweden an. Auch „Warmwasserziele“ im Süden stehen bei dem Billigflieger aus Norden auf dem Programm. Nach Gran Canaria und Teneriffa kommt im April Barcelona dazu.

Noch im Sommer äußerte sich Norwegian zurückhaltend, als es um einen möglichen Umzug zum BER ging. „Derzeit fliegen wir von SXF und sind sehr glücklich damit“, sagte Sprecher Johan Bisgaard Larsen im Juni 2013. „Derzeit haben wir keine Ambitionen umzuziehen.“ Er sagte aber auch: „Was wann in der Zukunft passieren wird, werden wir noch sehen.“

Ende Januar war Bjørn Kjos, Ex-Kampfflieger, Gründer und Chef von Norwegian, wieder mal in Berlin zu Besuch. Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn zeigte dem Gast den BER, Kjos war angetan.

Germania macht den Anfang

Doch nach jetzigem Stand bleibt Mehdorn bei seinem Plan, beim Testbetrieb im Nordteil des BER-Terminals nur mit einer Airline zusammen zu arbeiten. „Wir wollen den Probebetrieb nicht überfrachten“, hieß es. Als erste Fluggesellschaft ist weiterhin Germania im Gespräch. Käme sie zum Zuge, würden die ersten Flüge vom neuen Hauptstadt-Flughafen relativ exotische Ziele ansteuern. Germania fliegt während der Sommerflugplanperiode von Berlin nach Antalya in der Türkei, Beirut im Libanon und Skopje in Mazedonien. Die Flüge in die Türkei starten früh: um 5 Uhr. Eine Herausforderung für die Fluggäste, die nur mit Auto oder Taxi zum entlegenen BER reisen könnten.

Der geplante Testbetrieb ab Juli ist Anfang März Thema im Flughafen-Aufsichtsrat. Er muss entscheiden, ob er die knapp sechs Millionen Euro für die Umgestaltung des BER-Nordpiers freigibt.