Die Fluggesellschaft Germania kann dem Warten auf den neuen Hauptstadtflughafen auch Positives abgewinnen. „Terminal D am alten Flughafen Schönfeld ist günstig und bietet kurze Wege, ein bisschen wie ein Regionalflughafen“, sagte Germania-Chef Andreas Wobig der Nachrichtenagentur dpa. Seine Airline fliegt von dem alten Flughafen. „Vom Flugbetrieb her kann ich mit dem Flughafen auch 20 Jahre noch leben, das liegt auch an den Betriebszeiten.“ Das Unternehmen Germania sollte eigentlich die erste Airline sein, die am neuen Flughafen abhebt. Die entsprechenden Pläne für einen Testbetrieb sind aber gescheitert.

Besonders Charter-Flüge für die großen Reiseanbieter seien auf die ganz frühen Morgenstunden angewiesen, sagte Wobig. Anders als am früheren DDR-Zentralflughafen Schönefeld werden am Neubau aber Nachtflüge verboten sein. Inzwischen erwägt der Betreiber, den alten Flughafen offen zu halten, wenn der knapp dimensionierte Neubau eröffnet ist.

Germania war im November von Tegel nach Schönefeld gezogen. Dort steht auch der neue Wartungshangar, den die Airline mit Air Berlin betreibt. „Das ist es, was uns an der Nicht-Eröffnung stört: Dass wir unseren Wartungshangar in Schönefeld nicht voll nutzen können, das heißt, auch für Fremdkunden.“

Bis zur Absage des Testbetriebs im Februar hatte Flughafenchef Hartmut Mehdorn geplant, dass Germania die ersten Flüge vom Neubau anbietet. „Das wäre für uns der Marketing-Gag gewesen, einmal um 20 Uhr in der Tagesschau zu sehen: Germania eröffnet den BER“, sagte Wobig. „Viele sahen das ja kritisch, aber wir haben nur eine Maschine in Berlin. Bei fünf wäre ich vorsichtiger gewesen.“

Der neue Flughafen sollte eigentlich Ende 2011 in Betrieb gehen, nun könnte es sich nach Mehdorns Worten bis 2016 hinziehen. Einen konkreten Terminplan legt er nicht vor. „Ich glaube nicht, dass der neue Flughafen vor 2016 eröffnet“, sagte Wobig. „Ich tippe auch, dass es nicht Anfang 2016 sein wird.“ (dpa)