Berlin - Die Idee der Berliner Flughafengesellschaft war simpel. Flugzeuge, die beim Landen und Starten auf dem neuen Flughafen BER mehr Krach machen, müssen mehr bezahlen. Gemessen wird jede einzelne Flugbewegung.  Das Gebührenmodell ist neu, gibt es noch nirgends - und erfährt nun gehörigen Widerstand. „Die deutschen Fluggesellschaften und ihre Piloten lehnen eine solche Umstellung ab“, heißt es in einem Positionspapier des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Zuvor hatte das Portal „airliners.de“ darüber berichtet. Bislang werden Flugzeuge pauschal bestimmten Gebührenklassen zugeordnet. 

Aus Sicht der Unterzeichner könnte das BER-Modell zu einem höheren CO2-Ausstoß führen, weil steiler und damit mit deutlicher mehr Schub gestartet werden müsste. Zu erwarten seien auch Sicherheitsnachteile, weil Piloten animiert würden, erst sehr spät Landeklappen und Fahrwerk auszuklappen. Außerdem könnten sie versuchen, an den Messstellen Schub wegzunehmen. Niedrig ausgelastete Flugzeuge wären bevorzugt, heißt es in dem Papier, das auch rechtliche Bedenken äußert.

Die Flughafen Berlin Brandenburg hatte im Mai angekündigt, für die Gebühren am BER den tatsächlich verursachten Lärm jeder einzelnen Maschine zugrunde zu legen. Vorgesehen sind Entgelte von 40 bis 7500 Euro je Start oder Landung. Dieses System sei europaweit einzigartig, heißt es bei Fluggesellschaften und Pilotengewerkschaft. Sie schlagen stattdessen vor, die bestehende Lärmklassenzuordnung flexibler zu handhaben und außerdem Anreize für Flugzeuge mit lärmmindernden Bauteilen zu setzen. (dpa)