Nach der vorläufigen Insolvenz des Gebäudetechnik-Dienstleisters Imtech sollen die Projekte des Unternehmens am künftigen Hauptstadtflughafen BER zunächst wie geplant weiterlaufen. Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt erklärte am Montag: „Die Mitarbeiter sämtlicher Gewerke sowie die Subunternehmer haben zugesagt, den Flughafenbau bis auf weiteres unverändert fortzuführen.“

Imtech gilt als eines der wichtigsten Unternehmen an der BER-Baustelle und ist unter anderem mit Arbeiten an der Entrauchungsanlage betraut. Am Donnerstag hatte die deutsche Tochter des niederländischen Konzerns vorläufige Insolvenz angemeldet. Am Freitag waren daraufhin etliche Beschäftigte nicht zur Arbeit gekommen. Insbesondere Subunternehmer fürchten dem Vernehmen nach um ihr Geld. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte erklärt, dass er wegen der Pleite mit Verzögerungen bei der baulichen Fertigstellung des BER rechne.

Der Sprecher der Flughafengesellschaft (FBB), Ralf Kunkel, kommentierte die Zusage des Insolvenzverwalters denn auch zurückhaltend. Es sei gut, dass wieder mehr Imtech-Mitarbeiter auf der Baustelle seien. Entscheidend sei aber, dass die Taskforce der FBB ihre Arbeit mache. Das Gremium soll klären, welche Folgen ein Ausscheiden von Imtech haben könnte – und ob gar die geplante Eröffnung des Flughafens im zweiten Halbjahr 2017 in Gefahr ist. Bereits am kommenden Montag wird Mühlenfeld dazu dem Projektausschuss des Aufsichtsrats Bericht erstatten.

In Brandenburg kündigten Grüne und CDU an, dass sie eine Sondersitzung des BER-Sonderausschusses im Landtag beantragen würden, um die Folgen der Imtech-Insolvenz zu erörtern. „Die Landesregierung muss darlegen, wie weiterer größerer finanzieller Schaden von Steuerzahlern und Land abgewendet werden kann“, sagte der Grünen-Fraktionschef Axel Vogel.

Zumindest in einem Punkt will die rot-rote Koalition vorsorgen. Sie will die Bauordnung dahin ändern, dass Baugenehmigungen für Großprojekte künftig nicht mehr erlöschen. Die Genehmigung für das BER-Terminal läuft im Oktober 2016 aus. Ist der Bau bis dahin nicht abgenommen, muss er nach gegenwärtiger Rechtslage nach aktuellen Vorschriften neu genehmigt werden.