Flughafen Berlin-Brandenburg (BER): Neuer Betriebsleiter soll am Freitag vorgestellt werden

Sommerpause? Von wegen! Im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FBB stehen weitreichende Entscheidungen an. Diesmal stehen Personalien im Mittelpunkt. So soll nach der nächsten Sitzung am Freitag mitgeteilt werden, wer neuer Betriebsleiter der Berliner Flughäfen wird.

Aller Voraussicht nach wird am Freitag auch darüber gesprochen, ob das Aufsichtsratsmitglied Norbert Preuß das Projekt BER gegen Geld zusätzlich überwachen soll. Daran gibt es Kritik. Ende August will der Aufsichtsrat dann darüber diskutieren, ob die FBB doch noch einen vierten Geschäftsführer bekommt – was zumindest bisher ebenfalls strittig war.

„Ich gehe nicht mit Groll“, sagte Elmar Kleinert im März, als bekannt wurde, dass er Geschäftsführer des Bremer Flughafens wird. Insider berichten aber, dass der geschätzte langjährige Betriebsleiter der Berliner Flughäfen längst nicht mit allen Entscheidungen einverstanden ist.

Ein Herz für Tegel

So hängt auch Kleinerts Herz am Flughafen Tegel, der aber 2020 geschlossen werden soll. Als Leiter Operations hat er dazu beigetragen, dass der Betrieb in TXL funktioniert, obwohl die Anlage überlastet ist. Auf seinen Nachfolger kommen neue Aufgaben zu – etwa der Umzug von Tegel zum BER. „Es könnte jemand werden, der Erfahrungen mit einem Flughafenumzug gesammelt hat“, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Ein Name wurde noch nicht bekannt.

Ein anderer Tagesordnungspunkt der nächsten Aufsichtsratssitzung verspricht Kontroversen. Der Flughafengesellschafter Berlin setzt sich dafür ein, dass das Projekt BER zusätzlich begleitet und kontrolliert wird. Das Aufsichtsratsmitglied Norbert Preuß, der Erfahrung mit großen Bauvorhaben hat, soll dieses Controlling übernehmen – ohne vorheriges Vergabeverfahren. Es ist ein Vorstoß, der den beiden anderen FBB-Gesellschaftern Brandenburg und Bund Bauchschmerzen bereitet.

So lange Preuß sein Aufsichtsratsmandat nicht aufgebe, habe die Sache ein „Geschmäckle“, hieß es. Wenn ein solches zusätzliches Controlling wirklich nötig wäre, müsste der sechsstellige Beraterauftrag ausgeschrieben werden. Allerdings sei beim Projekt BER doch schon lange klar, wo die Probleme liegen und was sich ändern muss. „Wir haben kein Erkenntnisdefizit, wir haben ein Handlungsdefitzit“, hieß es. Es gebe genug Berichte, Gutachten, Expertisen – „wichtig ist, dass die Erkenntnisse endlich umgesetzt werden“.

Terminal T2 wird teurer

Ein weiteres Thema wird am Freitag das neue Terminal T2 des BER sein. Es soll die jährliche Kapazität um sechs Millionen Passagiere erhöhen. Zeitweise wurde mit Baukosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro gerechnet, doch wegen der guten Baukonjunktur muss dieser Betrag nach oben korrigiert werden – um einen zweistelligen Millionenbetrag.
Ende August könnte es im Aufsichtsrat um eine weitere streitträchtige Frage gehen: Braucht die FBB einen vierten Chefposten?

Die neue Geschäftsführerin oder der neue Geschäftsführer soll sich um Bauthemen kümmern – zum Beispiel um den Ausbau des BER und des Schönefelder Flughafens. Engelbert Lütke Daldrup, seit 2017 Vorsitzender der Geschäftsführung, soll sich im Baubereich künftig auf die Fertigstellung des BER konzentrieren. Sein Vertrag gilt bis Frühjahr 2020, eine Verlängerung um ein Jahr ist wahrscheinlich. Schließlich soll der BER im Herbst 2020 öffnen. Anders als berichtet werde aber nicht über eine Gehaltserhöhung gesprochen, hieß es.