Berlin - Der Flughafen-Chef Rainer Schwarz sagte der Berliner Zeitung, „dass der neue Flughafen bereits bei seiner Eröffnung gut ausgelastet sein wird“. Wenn sich der positive Trend des Flugverkehrs in Berlin fortsetze, müsse schon bald über zusätzliche Abfertigungskapazitäten nachgedacht werden. „Die weitere Entwicklung der Passagierzahlen wird zeigen, dass wir uns mit Erweiterungen auseinandersetzen müssen“, sagte der oberste Bau-Chef des Milliardenprojekts, Geschäftsführer Manfred Körtgen.

24.033.089 – so viele Passagiere wurden im vergangenen Jahr in Tegel und auf dem heutigen Flughafen Schönefeld gezählt. Neun Jahre zuvor waren es weniger als die Hälfte. Dieser Boom werde sich weiter fortsetzen, bekräftigten die Airport-Chefs. Der neue Schönefelder Flughafen ist für 27 Millionen Fluggäste pro Jahr ausgelegt – eine Zielmarke, die schon bald erreicht sein dürfte. Darum sprechen die Planer inzwischen offen von Erweiterungen.

„Schildbürgerstreich“

„Zunächst würden wir innerhalb des Terminals die Kapazität erweitern, zum Beispiel durch die Verlängerung der beiden Piers und den Ausbau weiterer Gepäckräume. Dadurch würde es möglich, statt der zunächst avisierten 27 Millionen 30 Millionen Fluggäste pro Jahr abzufertigen“, sagte Körtgen. Falls es nötig wird, könnte als Nächstes auf dem BER-Rollfeld gebaut werden. „Der Planfeststellungsbeschluss ermöglicht es uns, Terminal-Satelliten zu errichten – ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des neuen Flughafens“, berichtete Körtgen. Zwei solcher Bauten wären möglich.

Auch hier gelte jedoch: Diese Erweiterungen bräuchten einen zeitlichen Vorlauf, sagte der Geschäftsführer. Auch die Finanzierung müsse noch geklärt werden. Genauso wie die Frage, auf welchen Wegen sich die Passagiere zwischen dem Terminal und dessen Satelliten bewegen. Das werde davon abhängen, wie sich die Verkehrsstruktur am neuen Flughafen entwickelt, so die Planer. Nehme die Zahl der Umsteiger kräftig zu, genüge ein Bus-Shuttle. Ein Teil des Transfer-Verkehrs könnte dann an dem separaten Gebäude konzentriert werden.

Anders sähe es aus, wenn der Punkt-zu-Punkt-Verkehr stark ansteigt – also die Zahl der Passagiere, die ihre Reise am BER entweder beginnen oder beenden. Dann müsste wohl doch ein Fußgängertunnel gebaut werden, was kompliziert und mit einem zweistelligen Millionenbetrag auch kostspielig würde. Dass der Tunnel nicht von Anfang an mitgebaut worden ist, hatte die Lufthansa bereits vor Jahren als „Schildbürgerstreich“ bezeichnet.

Bürger fürchten um Trinkwasser

Der Flughafen sei „auf Kante“ geplant worden, sagen Beobachter. Zu groß geplante „Vorratsbauten“ wären unwirtschaftlich, entgegnen die Planer. Es gebe auch keinen Bedarf für eine dritte Start- und Landebahn – selbst wenn Gegner des Standorts Schönefeld darauf verweisen, dass dafür angeblich schon die Pläne in der Schublade liegen.

Am heutigen Montag um 19 Uhr wird auf dem Friedrichshagener Marktplatz erneut demonstriert – zum 45. Mal, wie die Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI) meldete. Diesmal gehe es um die Gefahr des Vogelschlags, hieß es. Die Müggelseeregion beherberge nicht nur Berlins letzte Seeadler, sie sei auch als Brut- und Rastplatz für große Vogelschwärme bekannt, darunter eine Staren-Kolonie mit rund 40.000 Exemplaren. Die FBI kritisiert auch die drohende Verunreinigung von 80 Prozent des Ost-Berliner Trinkwassers. Die Müggelseeroute führe über 173 Brunnen hinweg, hieß es.