Berlin - Kann man mit einem Flughafengebäude Mitleid haben? Ja! Auf den ersten Blick ist das Terminal des BER ein elegantes Bauwerk – mit schlanken Stahlstützen, viel Glas, viel Holz und einem stimmigen, fast edel wirkenden Farbkonzept. Doch wer die lange Geschichte des Schönefelder Milliardenprojekts kennt, der weiß auch um dessen Tragik. Seit dem 8. Mai 2012, als die für den 3. Juni 2012 vorgesehene Eröffnung abgesagt werden musste, ist sie immer deutlicher geworden.

Einige Beispiele: Weil das zentrale Empfangsgebäude schnell hochgezogen werden musste, um den Termin zu schaffen, wurde unkoordiniert gebaut. Folge waren rund 146.000 protokollierte Mängel. Außerdem wurde das Terminal immer voluminöser geplant, die Fläche vergrößerte sich während der Bauzeit um fast zwei Drittel. Dies und die 487 Änderungswünsche, mit denen die Flughafengesellschaft die Planer des Büros Gerkan, Marg und Partner in kurzer Zeit konfrontierte, sorgten für weiteres Durcheinander.

Doch am verhängnisvollsten ist, dass das Terminal schon zu klein sein wird, falls es nun im zweiten Halbjahr 2017 tatsächlich öffnet. Darum befasst sich die Flughafengesellschaft derzeit nicht nur damit, die bestehenden Probleme zu beseitigen. Sie muss sich auch um künftige Probleme kümmern und für Erweiterungen sorgen.