Flughafen Berlin Brandenburg: Der große Technik-Test beginnt später

Der Zeitplan für das Flughafenprojekt BER bleibt in Bewegung. Am Donnerstag teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit, dass sich eine Etappe auf dem Weg zur Eröffnung erneut verschieben könnte. Er widersprach aber dem Ausschussvorsitzenden Jörg Stroedter (SPD), der vorgerechnet hatte, dass die zeitlichen Reserve von zwölf auf drei Monate zusammengeschmolzen sei. „Solche Hypothesen kann ich ausdrücklich nicht bestätigen“, sagte Lütke Daldrup im Beteiligungsausschuss des Abgeordnetenhauses. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Inbetriebnahmetermin Oktober 2020 realistisch ist.“

Es ging um die Wirkprinzipprüfung. Das ist ein Verfahren, bei dem das Zusammenspiel der technischen Anlagen im Terminal untersucht wird. „Wir haben den Beteiligten signalisiert, dass sie wahrscheinlich im Mai oder Juni 2019 beginnen wird“, sagte Lütke Daldrup. Nach früheren Ankündigungen sollten die Tests im Spätsommer 2018 anfangen. Zuletzt war von Frühjahr 2019 die Rede. Zwar sei es weiterhin nicht ausgeschlossen, dass es im April 2019 losgeht: „Wir haben aber noch Restrisiken.“

Es werde immer Risiken geben

Voriges Jahr hatte Lütke Daldrup das Ende der Bauarbeiten auf den 31. August 2018 terminiert. „Doch der Geschäftsführung war immer klar, dass das ein sehr ambitionierter Termin ist“, sagte er jetzt. Bis jetzt seien 40 bis 50 Prozent der Prüfprozesse abgeschlossen worden, es gebe also noch einiges zu tun. Es sei aber nicht möglich, das August-Datum zum Ausgangspunkt von Berechnungen darüber zu nehmen, wie viel Puffer noch im Zeitplan sind. „Wir haben Reserven“, bekräftigte er.

Doch wolle er sie nicht öffentlich beziffern. Das würde die Position gegenüber den Firmen, die an der Fertigstellung arbeiten, verschlechtern. Firmenvertreter sicherten im Ausschuss zu, die vereinbarten Termine einhalten zu können. „Bis Ende August 2018 werden wir fertig“, sagte Werner Kühn, Chef von Caverion Deutschland. Seine Leute haben den Auftrag, die Sprinkleranlage mit ihren mittlerweile 78.000 Sprinklerköpfen fertigzustellen. Er sei alle vier Wochen auf der Baustelle, sagte Kühn. Als zusätzlichen Informationskanal haben die Beteiligten eine WhatsApp-Gruppe sogar gegründet. „Alle wären froh, wenn wir fertig werden würden“, sagte er. „Solche Projekte binden Kapazitäten, die wir woanders gut brauchen könnten.“

Es werde immer Risiken geben, sagte Burkhard Schmidt von ROM Technik. Als Nachfolger der pleite gegangenen Imtech ist das Unternehmen für die Verkabelung im Terminal zuständig. Doch auch Schmidt zeigte sich optimistisch. Im Frühjahr 2019 soll die Arbeit getan sein, hatte der Flughafenchef gesagt. Schmidt: „Diesen Termin kann ich voll bestätigen.“