Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER droht sich weiter zu verzögern. Eine Inbetriebnahme für das Jahr 2016 sei „akut gefährdet“, habe jetzt ein hochrangiger Mitarbeiter der Flughafengesellschaft in einem Brief an mehrere Aufsichtsräte geschrieben, heißt es in einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Danach fehle für den Berliner Airport eine klare Planung, und das Handeln der Geschäftsführung unter Leitung von Hartmut Mehdorn sei „von Aktionismus ohne angemessene Abstimmung und Sachkunde geprägt“.

Die Lage auf der Baustelle habe sich trotz Mehdorns Gründung einer „Sprint“-Organisation nicht verbessert, stellt der Urheber des Briefes laut „Süddeutscher Zeitung“ fest. So fehlten eine zentrale Terminsteuerung sowie eine „funktions- und genehmigungsfähige Ausführungsplanung“. Den mehr als 280 Bauüberwachern und -leitern stehe kein angemessenes umgesetztes Bauvolumen gegenüber.

Bei dem Kritiker handelt es sich um den Leiter des Immobilien- und Liegenschafts-Managements, der für die Vermarktung der Immobilien des Airports zuständig ist. Mehdorn wolle diesen Bereich kurzfristig auflösen und aufteilen, womit eine Reihe von Funktionen verloren gingen, die für die Betriebssicherheit und die Fertigstellung des BER wesentlich seien, heißt es laut Zeitung in dem Schreiben.

Der Sprecher der Flughafengesellschaft, Lars Wagner, sagte, dass sich diese grundsätzlich nicht zu internen Organisations- und Personalangelegenheiten äußere. „Die zügige, sichere und verlässliche Inbetriebnahme des Flughafens steht im Zentrum unseres Handelns“, betonte er. Ursprünglich sollte der Flughafen schon 2012 eröffnet werden. Danach waren weitere Termine geplatzt und offiziell kein neuer genannt worden, so dass derzeit unklar ist, wann der Airport in Betrieb geht. (dpa)