Schönefeld - Die Entrauchungsanlage ist nach wie vor das zentrale Problem auf der BER-Dauerbaustelle. So lange sie nicht funktioniert, kann der Großflughafen nicht eröffnet werden. Jetzt feuerte die Flughafengesellschaft den Planer der sogenannten Anlage 14, Alfredo Di Mauro.

„Aufgrund schwerer Mängel“ sei die Zusammenarbeit mit dem Ingenieur beendet worden, so Ralf Kunkel, Sprecher der Flughafengesellschaft. Di Mauro sei als Fachplaner der Anlage 14 seit Beginn in das Projekt eingebunden gewesen, heißt es in einer Stellungnahme der Flughafengesellschaft. „Er hat die Anlage 14 in ihrer vorliegenden, nicht funktionsfähigen Form geplant.“

Zu groß, zu komplex

Der nicht-funktionierende Brandschutz hat schon die groß angekündigte Eröffnung des BER 2012 verhindert. Seitdem versuchen die Flughafen-Planer, das Problem in den Griff zu bekommen – seit dem vergangenen Jahr auch die Experten, die Flughafenchef Hartmut Mehdorn im Rahmen seines Sprint-Beschleunigungsprogramms auf die Baustelle holte. Zu ihnen gehört der neue Technik-Chef Jochen Großmann. Er nennt die Anlage 14, die bei einem Brand große Teile des Fluggastterminals von Rauch befreien soll, schon mal „das Monster“: zu groß, zu komplex, nicht beherrschbar. Die Anlage sei „eine Fehlplanung, die niemals funktionstüchtig gewesen wäre“, sagte er im April.

Di Mauro, der am Sonntag nicht erreichbar war, sieht das offenbar anders. „Es gibt bisher keine Messung, die beweist, dass die Anlage nicht funktioniert. Sie ist schlicht immer noch nicht fertiggestellt“, sagte er der Bild-Zeitung. Der Spiegel zitiert ihn in der aktuellen Ausgabe mit den Worten: „Die Anlage 14 funktioniert!“ Er habe wiederholt Vorschläge gemacht, wie die Anlage optimiert, angepasst und auch verkleinert werden könne. Aber seine Ideen seien abgetan worden.

In den vergangenen zwei Jahren wurden wiederholt Rauchgasversuche und Tests am BER durchgeführt. Nach Darstellung der Flughafengesellschaft war das Problem dabei, dass immer nur Details und Einzelfehler erfasst wurden. „Eine fundierte Entscheidung zum weiteren Vorgehen konnte auf einer solch unzureichenden und lückenhaften Betrachtung nicht getroffen werden.“

Großmann will Anlage 14 vereinfachen

Di Mauro sei beauftragt worden zu untersuchen, wie die Anlage geteilt werden könne, so die Flughafengesellschaft. Der Untersuchung habe aber „die notwendige Gesamtbetrachtung“ gefehlt, die man gebraucht hätte, um von den Behörden eine Genehmigung der Anlage zu bekommen. Geändert habe sich das erst mit dem Sprint-Programm und durch die Zusammenführung von Fachplanern, Sachverständigen und Baufirmen. Großmann habe nachweisen können, dass die Anlage 14 eine Fehlplanung sei.

Großmann und sein Team wollen das Problem nun lösen, indem sie die Anlage 14 in Segmente unterteilen und so wesentlich vereinfachen, wie es im aktuellen Sachstandsbericht BER heißt. Die Entrauchung der oberen Etagen E2 und E3 wird abgekoppelt und von einer neuen Anlage 17 übernommen. Für den Bereich Technik und Lagerräume wird ebenfalls eine gesonderte Lösung erarbeitet. Wann der Airport eröffnen kann, bleibt unklar. Mehdorn versicherte zuletzt, er werde zum Jahresende einen Termin nennen. (mit dpa)