Berlin - Um die Rechtsstreitigkeiten mit Air Berlin zu beenden, hat die Flughafengesellschaft FBB ein Friedensangebot unterbreitet. Es sieht unter anderem vor, dass das staatliche Unternehmen der Airline zehn Millionen Euro zahlt und unentgeltlich Werbeflächen im Wert von zwei Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Pikant: Der Brief vom 24. Mai, den die Bild-Zeitung druckte, trägt die Unterschrift von FBB-Chef Hartmut Mehdorn, der bis Januar Vorstandsvorsitzender von Air Berlin war. Dabei hatte Mehdorn bei seinem Antritt bei der Flughafengesellschaft beteuert, dass er sich aus dem Streit mit seinem Ex-Arbeitgeber heraushalten will. Der Brief erweckt den Eindruck, dass sich Mehdorn in die Gespräche eingeschaltet hat.

Doch das wurde am Dienstag dementiert. Mehdorn führe keine Schadenersatzverhandlungen mit Air Berlin, teilte die FBB mit. Er habe ein Verhandlungsteam zusammengestellt, das ohne seine Einflussnahme einen Vorschlag erarbeitet habe. „Auf Nachfrage von Air Berlin hat Hartmut Mehdorn diesen Vorschlag noch einmal schriftlich bestätigt.“ Das Angebot entspreche dem Vorschlag des Teams, hieß es. Air Berlin habe es nicht akzeptiert.

Die Bild-Zeitung veröffentlichte auch einen Brief an Ministerpräsident Matthias Platzeck. Darin mutmaßt Mehdorn, dass sein Technikchef Horst Amann die Diskussion um angebliche Zugeständnisse an Air Berlin öffentlich losgetreten habe. Dies diene einzig und allein der Stimmungsmache gegen ihn. Kollegialität sieht anders aus.