Man kann es sich heute kaum noch vorstellen, aber die Berliner Flughafengesellschaft war einmal ein bestens funktionierendes Unternehmen und der Bau des BER ging gut voran. So jedenfalls schilderte es Thomas Weyer, der frühere Technik-Geschäftsführer, der am Freitag als Zeuge vor dem BER-Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus auftrat. Weyer gehörte von Januar 2004 bis August 2008 zum Vorstand der Flughafengesellschaft, seitdem ist er Finanzchef des Münchner Flughafens.

„Ich kann mich nicht erinnern, jemals weniger als einhundert Prozent meiner Ziele und Vorgaben erreicht zu haben“, sagte Weyer. Termine und Kosten seien zu seiner Zeit im Plan geblieben. Er widersprach der Auffassung, dass eine öffentliche Flughafengesellschaft grundsätzlich überfordert sei mit dem Management solch großer Vorhaben. „In München bauen wir gerade ein Satellitenterminal für 890 Millionen Euro, das geht auch.“

Nicht qualifiziert

Allerdings sei der Zeitplan für den Flughafenbau in Schönefeld „sportlich“ gewesen. Zudem habe der Aufsichtsrat Entscheidungen getroffen, die sich später negativ auswirkten, sagte Weyer. So sei die Berufung des Projektleiters Manfred Körtgen zu seinem Nachfolger ein Fehler gewesen, sagte Weyer. Er halte Körtgen für sehr kompetent, aber für den Vorstandsposten sei er nicht qualifiziert gewesen.

Außerdem sei es zu kosten- und zeitintensiver Umplanung gekommen, weil die Kontrolleure darauf bestanden, dass das neue Terminal mit einer Passagierbrücke für das Großraumflugzeug A380 ausgestattet wird. „Ich habe gesagt: Sie können die gerne bauen, aber sie wird in den nächsten 15 Jahren nicht genutzt, weil der Markt zu klein ist.“ Weyer merkte auch an, dass er nicht glaube, dass der BER tatsächlich rasch an seine Kapazitätsgrenze stößt. Immerhin sei die Zukunft des größten Kunden Air Berlin ungewiss.