Berlin - Ein Luftwaffen-Jet hat am Dienstagvormittag für Chaos am Flughafen Schönefeld gesorgt. Grund war ein defektes Flugzeug auf der Start- und Landebahn, wie die Flughafengesellschaft mitteilte. Der komplette Flughafen wurde gesperrt, Maschinen im Anflug umgeleitet. 

Nach Darstellung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) entging der Jet nur knapp einem Unglück. Die Luftwaffenbesatzung habe es geschafft, „den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern“, sagte von der Leyen. „Ich habe hohen Respekt vor der fliegerischen Leistung der Luftwaffenbesatzung.“ 

Luftwaffen-Jet berührte mit Tragflächen den Rasen

Das Flugzeug war gegen 9.30 Uhr Richtung Köln abgehoben, hieß es aus Polizeikreisen. Kurz nach dem Start habe der Pilot bemerkt, dass es einen Fehler an der Steuerung gegeben habe. Daraufhin sei er sofort nach Schönefeld zurückgeflogen. Bei der Notlandung kam der Jet von der Landebahn ab. Dabei habe er den Rasen berührt, hieß es. Da die Maschine ungünstig stand, mussten alle weiteren Landeanflüge umgeleitet werden.

Flüge nach Tegel und Leipzig/Halle umgeleitet

Nach der Notlandung auf dem Berliner Flughafen Schönefeld ist es zu keinen Ausfällen im Flugverkehr gekommen. 16 Flüge hätten allerdings umgeleitet werden müssen, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Zwölf davon seien in Tegel, drei in Leipzig und einer in Hamburg gelandet.
Wie die Fluggäste anschließend nach Berlin kommen, liegt dem Sprecher zufolge in der Zuständigkeit der Fluggesellschaften. 2300 Passagiere seien durch den Zwischenfall am Dienstag nicht wie geplant in Schönefeld gelandet.

Lange Schlange bis weit vor dem Flughafen Schönefeld

Vor dem Terminal C standen Passagiere auf dem Weg in die Osterferien in einer langen Schlange bis weit vor dem Gebäude, Wartende vor Terminal D wurden laut Beobachtern weggeschickt. Gegen 12 Uhr wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Fluggäste müssten allerdings weiterhin mit Verzögerungen rechnen, hieß es von der Flughafengesellschaft.

In dem Luftwaffen-Jet waren nach Informationen der Berliner Zeitung keine Passagiere. Es sei lediglich die Besatzung an Bord gewesen. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Die Crew werde jedoch in einem Bundeswehrkrankenhaus medizinisch untersucht, sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

Nicht die erste Panne bei der Flugbereitschaft

Die Flugbereitschaft hat 14 teils recht alte Flugzeuge, die für Flüge von Kabinettsmitgliedern oder des Bundespräsidenten eingesetzt werden. Zuletzt gab es immer wieder Pannen bei Auslandsreisen deutscher Politiker.

Die schwerste Panne betraf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende November, als sie mit dem Regierungsflugzeug „Konrad Adenauer“ auf dem Weg zum G20-Gipfel in Argentinien war. Ein defektes Bauteil - eine zentrale Schalteinheit der Bordelektronik - hatte gleich zwei Funksysteme lahmgelegt, die sich im Notfall gegenseitig ersetzen sollen. Das in Berlin gestartete Flugzeug musste umkehren und wurde auf den Flughafen Köln/Bonn geleitet.

Ende Februar saß Außenminister Heiko Maas (SPD) in Mali fest, im Januar war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Äthiopien betroffen, kurz davor Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in Afrika. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gab im Februar die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag. (mit dpa)