Berlin - Irgendwas ist seltsam seit ein paar Monaten. Gefühlt gibt es fast nur noch gute Nachrichten von Berlins Flughäfen. BER: Die wichtige Wirkprinzipprüfung läuft. Schönefeld: Mit 17,5 Prozent unpünktlichen Flügen liegt der Flughafen bundesweit auf Rang drei. Und jetzt noch: Der Flughafen Tegel erzielt einen Rekordgewinn für das Jahr 2018.

Voriges Jahr hat der Airport, maximal überfüllt und ausgepresst wie eine Zitrone, noch einmal 7,5 Prozent mehr Fluggäste gehabt als im Jahr 2017. Das brachte einen Gewinn von 142,1 Millionen Euro. Glückwunsch!

Die Flughafengesellschaft kann das Geld gebrauchen. Schließlich wird damit gerechnet, dass die Vorbereitungen für die Eröffnung des BER im kommenden Herbst – man mag es immer noch kaum glauben – die Bilanz ins Minus rutschen lassen.

Flughafen Berlin-Tegel: Jahrzehnte lange Belastung 

Womit wir beim Thema wären: Tegel muss kommendes Jahr geschlossen werden. Punkt. Komme ja niemand von der FDP oder von sonst wo daher und plädiere für die Offenhaltung des Flughafens im Berliner Nordwesten.

Allen Tegel-Nostalgikern sei ein Gespräch mit den Bürgermeistern von Reinickendorf (264.000 Einwohner), Pankow (mehr als 400.000 Einwohner) und Spandau (240.000 Einwohner) empfohlen, wenn sie von den Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Bezirke, ja, schwärmen, wenn Tegel erst zu ist.

Nach Jahrzehnten der extremen Belastung durch Lärm und Dreck. Und die Nostalgiker können ja einmal mit der Verwaltung des Städtchens Schönefeld (12.800 Einwohner) sprechen, das seit Jahren boomt, weil sich der BER eben tatsächlich langsam als das entpuppt, was er von Beginn an sein sollte: das wichtigste Infrastrukturprojekt der Region.