Berlin/Potsdam - Für den Flughafen BER sind grundlegende Änderungen am Brandschutz-Konzept geplant. Die Entrauchungsanlage solle, anders als bisher vorgesehen, einzelne Geschosse des Terminals gesondert erfassen, erfuhr die Berliner Zeitung aus Kreisen des Aufsichtsrates. Das Kontrollgremium berate bei seiner Sitzung am heutigen Donnerstag in Schönefeld darüber. Bisher war für den Brandfall ein geschossübergreifender Rauchabzug vorgesehen.

Die Anlage mit Kilometer langen Entrauchungskanälen hatte sich bei Tests als zu kompliziert erwiesen. Der Flughafen verklagt deshalb die frühere Planungsgemeinschaft bbi, weil diese zu wenig auf technische Funktionalität der Anlage geachtet habe. Die Kosten für nachträgliche Umplanung und Umbau werden auf mindestens fünf Millionen Euro geschätzt. Die unterbrochenen Arbeiten am BER sollen Mitte November weitergehen und im Mai enden, um den jetzigen Eröffnungstermin Oktober 2013 zu halten.

Schallschutz weiter im Rückstand

Die Ablösung von Flughafenchef Rainer Schwarz stehe im Aufsichtsrat nicht auf der Tagesordnung, hieß es aus den Ländern Berlin und Brandenburg, die 74 Prozent der Anteile halten. Jedoch forderte erstmals eine mitregierende Partei seine Entmachtung: Die Linksfraktion im Potsdamer Landtag erwarte, „dass ein Unternehmen in öffentlicher Hand künftig professionell geführt wird“, erklärte ihre verkehrspolitische Sprecherin Kornelia Wehlan. Dies müsse „mit einer zukunftsorientierten Neubesetzung an der Spitze der Geschäftsführung einhergehen“. Auch dürfe es nicht noch mehr Geld vom Land geben.

Ebenfalls am Mittwoch wurde bekannt, dass weiterhin nur wenige Häuser im Umfeld des BER über Schallschutz verfügen. In knapp 1900 Fällen seien Vorkehrungen wie spezielle Fenster und Lüfter eingebaut und abgerechnet worden, sagte Berlins Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) im Verkehrsausschuss. Ein Anspruch besteht für 25.500 Häuser.