Hamburg/Berlin - Trotz der Pleite wird die Firma Imtech die Arbeiten am Hauptstadtflughafen BER wie geplant fortsetzen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter, Peter-Alexander Borchardt, am Montag in Hamburg mit. Die Mitarbeiter sämtlicher Gewerke sowie die Subunternehmer hätten zugesagt, den Flughafenbau bis auf weiteres unverändert fortzuführen.

Ziel des vorläufigen Insolvenzverfahrens sei nun, den Geschäftsbetrieb von Imtech Deutschland fortzuführen, die aktuellen Projekte auf ihre Fortführungsmöglichkeit zu überprüfen und damit möglichst viele der rund 4000 Arbeitsplätze zu erhalten.

Eröffnungstermin unklar

Für den neuen Berliner Flughafen hat die Insolvenz in jedem Fall Folgen. Welche genau, soll eine Taskforce klären. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob die Eröffnung des BER im zweiten Halbjahr 2017 in Gefahr ist. Die bisherige Planung enthält Zeitpuffer von mehreren Monaten. Ob sie ausreichen, darf bezweifelt werden. Sollte die Aufnahme des Flugbetriebes verschoben werden müssen, wäre es das fünfte Mal.

Bereits am Freitag hatte der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Karsten Mühlenfeld erklärt, dass er mit einer Verzögerung der baulichen Fertigstellung rechne. „Klar ist aus unserer Sicht, dass die Insolvenz Auswirkungen auf unsere Meilenstein-Planung hat, nach der der Abschluss der baulichen Arbeiten im März 2016 vorgesehen ist“, sagte er.

Imtech ist eine der wichtigsten Baufirmen auf der BER-Baustelle und dort für Elektroarbeiten, aber auch – gemeinsam mit dem Unternehmen Caverion – für Heizung und Lüftung zuständig und damit am Bau der Entrauchungsanlage beteiligt, die das größte Hindernis für die Inbetriebnahme darstellt. Der Insolvenzantrag der deutschen Tochter des niederländischen Gebäudeausstatters war am vergangenen Donnerstag in Hamburg eingereicht worden.

Derweil sucht das Land Brandenburg nach einer Lösung für das Problem der im Oktober 2016 auslaufenden Baugenehmigung am BER. Künftig sollen Baugenehmigungen für Großprojekte unbegrenzt gültig sein. Bei der ohnehin anstehenden Neufassung der Landesbauordnung solle ein entsprechender Passus eingefügt werden, bestätigte Steffen Streu, Sprecher des Infrastrukturministeriums, am Montag einen Bericht der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“.

„Es ergibt keinen Sinn, wegen der begrenzten Gültigkeit von Baugenehmigungen das Projekt BER an die Wand fahren zu lassen“, sagte Streu. Nach bisherigem Recht würde die Baugenehmigung für das Hauptterminal im Oktober 2016 auslaufen. (BLZ/dpa)