Berlin - Die Lufthansa fordert massive Investitionen in den Flughafen Tegel. Ziel ist eine grundlegende Erneuerung des Alt-Flughafens. Thomas Kropp, Vorstandsbevollmächtigter der Lufthansa für Berlin, sagte der Berliner Zeitung: „Tegel befindet sich derzeit im Verschleißmodus. Die Zustände dort sind angesichts der Verschiebung der BER-Eröffnung nicht mehr zu akzeptieren.“

Allein 2012 habe es hunderte Gepäckbandstillstände gegeben. Auch wenn diese meist nur kurz andauerten, sei es immer wieder zu erheblichen Beeinträchtigungen des Flugbetriebes gekommen. „Die alte Gepäckanlage muss nun grundlegend überholt werden.“

Zudem müsse die Technik-Einsatztruppe, die im Störfall eingreifen kann, erheblich ausgeweitet werden. „Es war häufig nicht der Fall, dass schnell genug reagiert werden konnte.“ Mehr Mechaniker bräuchte es auch für die störanfälligen Fluggastbrücken.

Erneuert werden müssten zudem die Computer, die zum Boarding genutzt werden. „Viele sind nicht mehr einsatzfähig“, sagte Kropp. „Immer häufiger müssen wir ohne Computerunterstützung boarden – das ist zeitraubend und absolut unzeitgemäß.“ Die Flughafen-Betreiber müssten auch die Security vor den Gates erheblich aufstocken, damit das Einchecken beschleunigt werden könnte. Saniert werden müssten auch die Toiletten im Terminal. „Sie sind zum großen Teil einer deutschen Hauptstadt unwürdig“.

Die Investitionen in den Flughafen Tegel sollten ein Schwerpunkt bei der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft am Mittwoch sein, forderte Kropp. Die Flughafengesellschaft hatte bereits angekündigt, dass bei dem Treffen über neue Investitionen sowohl in Tegel als auch in Schönefeld gesprochen werden soll. Bereits nach der ersten Verschiebung der BER-Eröffnung hatte die Flughafengesellschaft angekündigt, zwei Millionen Euro in Tegel zu investieren. Der Chef der Marketinggesellschaft Visit Berlin, Burkhard Kieker, geht davon aus, dass auch in Schönefeld investiert werden muss. Hauptstadttauglich sei derzeit noch kein Flughafen.