Im Januar wurde es beschlossen. Jetzt gewinnt das Projekt, den Flughafen Tegel für die nächste Zeit fit zu machen, an Tempo. Das bekommen nun auch die Fluggäste zu spüren. Weil im Terminal D Umbauarbeiten anstehen, ist dort von Sonnabend bis 30. Juli vorübergehend kein Einchecken mehr möglich, teilte die Flughafengesellschaft FBB am Donnerstag mit. Passagiere sollten sich bei ihrer Fluggesellschaft erkundigen und die Anzeigetafeln konsultieren.

Im Terminal D wird ein neues Gepäcktransportband installiert. Außerdem lässt die Flughafengesellschaft die Raumaufteilung verändern, so dass zwei neue Gates entstehen. Sie werden dringend benötigt, um weitere Passagiere von Germanwings abzufertigen. Die Lufthansa-Tochter will ihr Angebot auch in Tegel massiv aufstocken.

Schon in den vergangenen Monaten ist im Terminal D die Zahl der Fluggäste gestiegen. Eine Zahl aus einer internen Präsentation verdeutlicht, wie rasant die Nutzung zugenommen hat. Danach wurden von Januar bis August des vergangenen Jahres im Terminal D 1,2 Millionen Passagiere gezählt – ein Viertel mehr als im selben Zeitraum 2011.

Zusammenbruch droht

Doch auch in anderen Bereichen operiert der wichtigste Berliner Flughafen seit Langem an der Kapazitätsgrenze. So hat die Zahl der Passagiere im Terminal B um 65 Prozent zugenommen. Im Terminal C, den Air Berlin nutzt, betrug der Anstieg immerhin 8,4 Prozent. Dort wurden im vergangenen Jahr in Spitzenzeiten 1 936 Fluggäste pro Stunde abgefertigt, das ist ein neuer Rekord.

„Alle Terminals operieren an der Kapazitätsgrenze“, heißt es in dem internen Papier der FBB. Wenn auch nur ein Bereich in Tegel ausfalle, drohe der Systemzusammenbruch. Die Planer konstatieren außerdem „fehlende Ausfallsicherheit wegen starker Witterungsabhängigkeit“.

Wie berichtet umfasst die Ertüchtigung, wie das staatliche Unternehmen das Tegel-Projekt nennt, weitere Bauvorhaben. So wurde im Terminal A, dem am stärksten frequentierten Abfertigungsbereich, mit der Sanierung der Toiletten begonnen. Weil die Zahl der Umsteiger steigt, wird die Halle für das Transfergepäck mit zwei Leichtbauten erweitert. Auch die Zollgepäckhalle soll ausgebaut werden. Dort entsteht ein Vorbau, so die Flughafengesellschaft. In dem internen Papier wurde darauf hingewiesen, dass die Gepäckausgabe, an der Fluggäste ihre Koffer abholen, derzeit eine „miserable Außenwirkung“ habe.

Die FBB will auch die Anlagen für den Frachtumschlag erweitern. Auch dort werde die Kapazitätsgrenze fast täglich erreicht, hieß es. Nun soll eine Bushalle für die Güterlagerung umgewidmet werden.

Aus Kreisen der Flughafen-Gesellschafter hieß es, dass Tegel trotz der Ertüchtigung wie geplant geschlossen wird. Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat dies wie berichtet inzwischen akzeptiert.

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