Flughafen Tempelhof: Flüchtlinge wehren sich gegen Verlegung in Hangars - Polizeieinsatz

Berlin-Tempelhof - Mehrere Flüchtlinge haben sich am Montagnachmittag gegen ihre vorübergehende Verlegung von der Unterkunft in der Colditzstraße auf das ehemalige Flughafengelände in Tempelhof gewehrt und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst.

Hintergrund dieses Zwischenfalls war ein Konflikt mit sechs Familien, sagte am Dienstag eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. Dabei ging es um Küchen in den Flüchtlingsunterkünften, die noch nicht abgenommen waren und deshalb nicht genutzt werden durften. „Die Familien wurden vorübergehend in den Hangars auf dem Flughafen Tempelhof untergebracht“, sagte die Sprecherin. Dauerhaft würden sie wieder in die Flüchtlingsunterkunft zurückkehren.  

Gegen 16.20 Uhr am Montag wurde die Polizei zu Hilfe gerufen, um die Verlegung von sechs Familien durchzusetzen. Während des Einsatzes seien mehrere Menschen „sehr aggressiv“ aufgetreten, sagte eine Polizeisprecherin am Abend. Einer Frau seien Handfesseln angelegt worden, weil sie androhte, sich mit einem Messer zu bewaffnen und sich damit zu verletzen. Im Anschluss an den mehrstündigen Polizeieinsatz wurden mehrere Flüchtlinge mit einem Bus in die Hangars auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof gebracht. Wie viele Flüchtlinge betroffen waren, konnte die Polizei auf Anfrage nicht mitteilen.

Laut Auskunft der Polizei mussten mehrere Personen mit Schwächeanfällen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei war mit vier Streifenwagen und zwei Mannschaftswagen vor Ort. (BLZ)

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, die Flüchtlinge hätten sich gegen eine Unterbringung auf dem Tempelhofer Feld gewehrt. Richtig ist jedoch, dass sich die Menschen gegen eine Unterbringung in den Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof wehrten. Dies stellte Regina Kneiding, Sprecherin der Senatsverwaltung, am Dienstag klar. Zudem hieß es in der früheren Version, eine Sprecherin der Senatsverwaltung habe sich am Abend zum Vorfall geäußert und unter anderem gesagt, einige Menschen hätten sich aggressiv verhalten. Richtig ist jedoch, dass diese und weitere Informationen zum Einsatz von der Polizei stammen. Wir haben die Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.