Berlin - Auf dem neuen Messegelände der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) im Westen des künftigen Hauptstadtflughafens BER herrscht am Eröffnungstag Hochbetrieb. Tausende Fachbesucher strömen zu dem 250.000 Quadratmeter großen Areal in Schönfeld. Am Boden stehen zahlreiche zivile und militärische Fluggeräte. Die ersten Maschinen starten zu Flugschauen.

ILA-Flugzeuge nutzen als erste die neue Startbahn

Die Aussteller der ILA befänden sich in der komfortablen Lage, als erste mit ihren Fluggeräten die neue, vier Kilometer lange Start- und Landebahn des BER zu benutzen, sagte Oliver Aust von der mit der Führung beauftragten Agentur Eoipso Communication am Dienstag. Der gewöhnliche Luftverkehr nutzt die alte Start- und Landebahn des Flughafens Schönefeld. Dieser wird bereits von den Lotsen im Tower des BER gesteuert - der einzige Bereich, der am neuen Flughafen in Betrieb genommen wurde. Der Eröffnungstermin des BER wurde wegen massiver technischer Probleme mit der Gebäudetechnik im BER-Terminal und wegen Missmanagements vergangenen Freitag zum vierten Mal verschoben, nun auf den 27. Oktober 2013.

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Die Gebäude auf dem BER-Gelände wirken verwaist

Auf dem weitläufigen, fertiggestelltem BER-Gelände ist kaum Betrieb zu sehen. Die neuen Hangars von Lufthansa und Air Berlin wirken so verwaist wie die meisten übrigen Betriebs- und Verwaltungebäude des Flughafens, ausgenommen die Feuerwehrwachen, in denen sich der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft regelmäßig zu Krisensitzungen trifft.

Vor der gläsernen Fassade des Terminals lehnen an einem Geländer drei Bauarbeiter und rauchen. Sie tragen Signalwesten und Schutzhelme. Im Terminal beseitigen Mitarbeiter eines Reinigungsdienstes den Staub auf Check-in-Schaltern. Sonst ist kaum jemand zu sehen. Bildschirme, Drucker und Kartenlesegeräte sind mit transparenten Folien abgedeckt. Im Hauptpier sind zahllose Decken-Klappen geöffnet. Rohre sind zu sehen und Schächte. Vermutlich sind es Kabelschächte, die teilweise überbelegt und gleichzeitig mit Wechsel- als auch Starkstromkabeln bestückt sind, was unzulässig ist.

Unergiebige BER-Führung

Rund 50 Medienvertreter nehmen an der ersten Terminal-Führung teil, die die Flughafengesellschaft anlässlich und während der ILA für Journalisten täglich durchführen will. Während der Besichtigung am Eröffnungstag bleiben viele Fragen offen. Wo denn die überbelegten Kabelschächte seien, wo denn Teile der komplexen Brandschutzanlage zu sehen seien? Ob denn die Check-In-Counter, die während des Probebetriebs häufig ausgefallen waren, inzwischen funktionierten? Keine dieser Fragen wurde beantwortet.

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Für Fragen zu technischen Problemen sei Flughafensprecher Ralf Kunkel zuständig, sagte der von der Flughafengesellschaft mit der Führung beauftragte Aust. Von der Pressestelle war nur eine Mitarbeiterin vertreten, die ebenfalls auf Pressesprecher Kunkel verwies. Dieser war Aust zufolge wegen anderer Termine verhindert. Im Anschluss an den Rundgang war Kunkel für Fragen telefonisch zu erreichen. Die Presse hatte sich von dem Terminal-Besuch mehr versprochen. Am Mittwoch will Flughafenchef Rainer Schwarz den Mitgliedern des Bundestags-Verkehrsauschusses das Terminal zeigen. (dapd)