BerlinGefühlsausbrüche gehören nicht zu den Kernkompetenzen von Engelbert Lütke Daldrup. Er hat gelernt, sich mit fein tarierten Erklärungen zwischen den Erwartungen zu bewegen. Der Flughafenchef bemüht sich, seine Fassade nicht rissig werden zu lassen. Selbst jetzt, vor dem Ende des Großprojekts BER, das er erfolgreich bewältigt hat, nachdem so viele andere Menschen daran gescheitert sind. Wie fühlt er sich jetzt? Lütke Daldrup ist anzumerken, dass er lieber etwas anderes gefragt werden möchte.

Draußen ist der BER im Vormittagsdunst verschwunden. Von dem Bereich des Schönefelder Flughafens aus, in dem sich das Verwaltungsgebäude der Flughafengesellschaft FBB mit dem Büro des Chefs befindet, ist er kaum noch zu erkennen. Der flache Gebäudekomplex erscheint wie eine hellgraue Spiegelung am Horizont. Doch es gibt ihn. Und er ist nicht nur fertig, er soll sogar in Betrieb genommen werden. Am kommenden Sonnabend, 14 Jahre nach dem ersten Spatenstich. Machertypen, die aus der Wirtschaft kamen oder solche, die versuchten, wie Manager zu agieren, haben es nicht geschafft, den BER fertigzustellen. Ein Mann aus der Sphäre der Politik hat dies nun hinbekommen. Manch einer würde wie ein Wasserfall reden, wenn er nach Jahren immensen Drucks aufatmen dürfte. Lütke Daldrup tut dies nicht.

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