Berlim - Auf den Flächen der Flughäfen in Tempelhof und Tegel sollten nach Ansicht des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) deutlich mehr Wohnungen gebaut werden als bislang vorgesehen ist. „Wenn in Tegel und Tempelhof höher gebaut wird und die neuen Wohnungen kleiner ausfallen, können statt der bislang geplanten rund 5700 Wohnungen schätzungsweise 20.000 Wohnungen entstehen“, sagte BBU-Sprecher David Eberhart der Berliner Zeitung.

10.000 Wohnungen könnten in Tegel entstehen, 10.000 in Tempelhof. Der Bedarf an Wohnungen sei da, die bisherigen Planungen sollten deswegen noch mal auf den Prüfstand kommen, forderte Eberhart. Nach den Planungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sollen in Tempelhof 4700 Wohnungen errichtet werden, in Tegel sind 1000 Wohnungen geplant. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hält sich eine Aufstockung der geplanten Wohnungszahl offen. Behörden-Sprecherin Daniela Augenstein sagte, im Moment gebe es für die Flughafenareale nur „Masterpläne“. Diese würden „noch genauer ausgearbeitet“, dabei gebe es Spielraum für Veränderungen.

Es sei zwar eher nicht zu erwarten, dass mehr Fläche bebaut werde, aber in Tempelhof gebe es beispielsweise dort, wo derzeit Gewerbeflächen vorgesehen sind, „Flexibilitäten“. Berlin braucht dringend neue Wohnungen, weil die Einwohnerzahl der Hauptstadt laut der jüngsten Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2030 um etwa 250.000 Menschen wächst. Um den Bevölkerungszuwachs zu bewältigen, müssen nach Schätzungen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen mindestens 150.000 neue Wohnungen in Berlin errichtet werden.

Gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes gibt es jedoch Widerstand. Die Bürgerinitiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“ will die geplante Randbebauung mit Hilfe eines Volksbegehrens und eines Volksentscheids verhindern. Die Initiative hat seit Ende vergangenen Jahres mehr als 27.500 Unterschriften gesammelt. Nötig sind in der ersten Phase 20.000 gültige Unterschriften. Für ein erfolgreiches Volksbegehren werden in einer zweiten Stufe rund 173.000 Stimmen benötigt (sieben Prozent der Stimmberechtigten). Erreicht die Initiative dieses Ziel, wird in einem dritten Schritt bei einem Volksentscheid über einen Gesetzentwurf der Initiative abgestimmt. Dieser sieht vor, dass das Tempelhofer Feld „in seiner jetzigen Form dauerhaft gesichert“ werden soll, wie es auf der Unterschriftsliste heißt.

Nach Ansicht des BBU lässt sich die Akzeptanz für die Neubauprojekte auf dem Tempelhofer Feld spürbar erhöhen, wenn mehrere Voraussetzung erfüllt sind. Dazu gehört unter anderem, die Wohnungen zu „sozialverträglichen Mieten“ anzubieten.