Berlin - Nein, mit den Planern und Bauleuten des BER will Thomas Kärger nicht tauschen. „Sie müssen viel Stress aushalten“, sagt er. „Ich bin mir sicher, dass sie den Flughafen pünktlich zum 3. Juni fertig bekommen. Aber das wird trotzdem spannend.“ Viele Bereiche machten einen ziemlich unfertigen Eindruck.

Vor Kurzem war der 51-jährige Neuköllner mal wieder auf der Großbaustelle – diesmal mit seinen Kollegen vom Luftfahrt-Presse-Club. Er ist nicht nur Flugkapitän, sondern auch Autor, unter anderem für das Internetportal www.luftfahrtwelt.de. „Drei Stunden waren wir unterwegs, zuerst auf dem Vorfeld, dann zu Fuß im Terminal.“ #

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Die Haupthalle ist weit vorangeschritten, die Schalterplätze zum Einchecken sind bereit, erzählt Kärger. Teile des „Marktplatzes“, den alle Fluggäste nach der Sicherheitskontrolle durchqueren müssen, seien dagegen in einem „chaotischen Zustand“. Das Karree steht noch voll mit Gerüsten. Erstaunt nahm Kärger auch die vielen unfertigen Verkabelungen zur Kenntnis. Das Vorfeld hinterließ bei ihm einen besseren Eindruck. „Die Arbeiten sind größtenteils abgeschlossen, die Rollwege abgenommen.“ Doch von den Piloten, die derzeit den Rollverkehr simulieren, hat Kärger auch Kritik gehört. Zwischen dem Westpier, an dem Flugzeuge bereitstehen werden, und dem Terminal gibt es keine Tunnel.

Darum müssen Fahrgäste und Gepäck über das Vorfeld befördert werden – was Flugzeugen Umwege abverlangt. „In Einzelfällen wird es wohl bis zu eine halbe Stunde dauern, bis sie am Start angelangt sind.“ Das ärgert Kärger: „In Asien und Arabien baut man Flughäfen mit Blick auf die Zukunft, hier mit Blick auf die Gegenwart.“ Er rechnet damit, dass BER ein Erfolg wird – und damit bald zu klein. „Zwischen 7.50 und 9 Uhr gibt es schon zu Beginn keine Slots mehr“ – keine Kapazität für weitere Starts. „Der Flughafen könnte Ende 2013 an seine Grenzen kommen. Eigentlich müsste schon jetzt begonnen werden, den Ausbau zu planen“, meint Thomas Kärger.

In der Luftfahrtwelt hat er seine Einschätzungen aufgeschrieben. Es werden nicht seine letzten Zeilen über den neuen Flughafen sein.

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