Das Bundesverwaltungsgericht hat die Müggelsee-Flugroute des Hauptstadtflughafens BER bestätigt. Der 4. Senat wies am Donnerstag die Klage eines Umweltverbands und mehrerer Grundstückbesitzer als unbegründet zurück. Die Bundesrichter folgten in der Revision dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, das die Klage in der Vorinstanz bereits abgewiesen hatte.

Weder habe bei der Festlegung der Flugroute die Umweltverträglichkeit geprüft werden müssen, noch verstoße die Strecke gegen Naturschutzrecht, teilte das Gericht mit. Den Anwohnern des Großen Müggelsees sei der Fluglärm zuzumuten, weil von einer Alternativroute über Erkner mehr Menschen von noch stärkerem Lärm betroffen wären. Allerdings müsse das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung die Entwicklung beobachten. „Flugrouten sind nicht nur flüchtig, sondern auch anpassungsfähig“, sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Rubel.

Keine erheblichen Beeinträchtigungen bei 600 Metern Flughöhe

Die Müggelsee-Flugroute führt von der Nordbahn des Airports in Richtung Osten über den Großen Müggelsee. Die Flugzeuge werden dabei auch besonders geschützte Natura-2000-Gebiete überfliegen. Bei einer Flughöhe von 600 Metern ist laut Gericht jedoch nicht mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen.

Der unterlegene Umweltverband, die NaturFreunde Berlin, prüfen nach eigenen Angaben einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht. „Es ist nicht akzeptabel, dass Flugrouten willkürlich festgelegt werden, ohne dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden muss“, teilte der Verband mit. Zudem hegen die Umweltschützer weiter europarechtliche Bedenken, die das Bundesverwaltungsgericht jedoch zurückgewiesen hatte. Der BER sei ein „planersicher Alptraum“, erklärten die NaturFreunde. (dpa)