Berlin-Pankow - Normalerweise sollte in den Abendstunden, spätestens aber ab 23 Uhr, Ruhe am Himmel über Pankow einkehren. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung dürfen Postflüge, Ambulanz, die Flugbereitschaft der Bundesregierung und verspätete Linienflüge trotz Nachtflugverbots zwischen 23 und 5.59 Uhr auf dem Flughafen Tegel landen.

Doch was als Ausnahme gedacht ist, scheint sich zur Regel zu verfestigen. Zumindest befürchtet das die Bürgerinitiative „Pankow sagt Nein zu Tegel“. Im vergangenen Jahr landeten zwischen 22 Uhr und 23 Uhr 4739 Flugzeuge in Tegel, bis Mitternacht flogen laut der Statistik der Fluglärmschutzkommission 547 weitere Maschinen. Das sind durchschnittlich 14 Maschinen pro Abend.

Auf die Eröffnung des BER will man in Pankow nicht tatenlos warten

Um eine Aushöhlung des Nachtflugverbots zu verhindern, wollen die Aktivisten 5000 Musterbriefe verteilen. Die Pankower müssen nur noch wenige Angaben ergänzen und den Brief absenden. So fordern sie die Oberste Luftfahrtbehörde auf, Maßnahmen gegen nächtlichen Fluglärm zu ergreifen.

Die Flugblatt-Aktion der Initiative ist ein erster Schritt. „Wir sind dabei, auch den zweiten Schritt vorzubereiten, also die Klagewege mit Rechtsanwälten zu erörtern“, heißt es. Auf die Eröffnung des BER will man in Pankow nicht tatenlos warten.

Von der für die Luftfahrtbehörde zuständigen Senatsverwaltung ist zu lesen: „Mit der Eröffnung des Flughafens BER und der Schließung des Flughafens Tegel werden künftig sehr viel weniger Menschen von Fluglärm betroffen sein als jetzt.“