Die neue Gebührenordnung für den Flughafen Tegel stößt auf Kritik Nachtflüge werden teurer. Das sieht die neue Entgeltordnung für den Flughafen Tegel vor, die ab Januar gilt. Doch in der Tegeler Fluglärmschutzkommission stieß sie am Donnerstag auf Kritik. Denn das Tarifreglement bestimmt auch, dass Landungen am Tag billiger werden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte es am 9. Oktober genehmigt, bevor die Kommission darüber erneut beraten konnte.

„Als Mitglied der Fluglärmschutzkommission kann ich die Vorgehensweise der Senatsverwaltung nur als empörenden Vorgang bezeichnen“, sagte Rolf-Roland Bley von der Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen. „Es ist für mich nicht hinnehmbar, dass offensichtlich wieder die wirtschaftlichen Interessen der Luftfahrtgesellschaften geschützt werden und eine anwohnerfeindliche Entscheidung getroffen wurde.“

Wie berichtet, sollen die Lärmzuschläge in den Lärmklassen 1 bis 3 sinken. Das betrifft die meisten Flugzeuge in Tegel. Künftig muss zum Beispiel für die Landung eines Airbusses A 319 statt 105 nur 92 Euro Zuschlag gezahlt werden. Der Reinickendorfer Stadtrat Martin Lambert (CDU)kritisierte, dass das Landen in Tegel 2014 deutlich attraktiver wird.

Regine Rausch-Gast vom Senat wies die Kritik zurück. Es gebe keine Pflicht, die Kommission an dem Verfahren zu beteiligen, sagte sie. Eile war angesagt, damit die Entgeltordnung zum Januar in Kraft treten kann. Der Kostendeckungsgrad des Berliner Flughafensystems bleibe „nahezu unverändert“.