Das ist rekordverdächtig. Seit fast zwei Jahren wird montags ab 19 Uhr auf dem Friedrichshagener Marktplatz demonstriert. Egal, ob die Sonne scheint, Regen die Transparente nässt oder bittere Kälte herrscht. Schon 99 Mal haben sich Bürger unter dem Standbild des Alten Fritz getroffen, um ihren Unmut kundzutun – über die Flugroute über dem Müggelsee und ihrem Stadtteil und ganz grundsätzlich über die Entscheidung, den neuen Flughafen BER am Standort Schönefeld zu bauen. Woche für Woche: Es gibt wohl kaum eine andere Serie von Demonstrationen, die so lange andauert. An diesem Montag um 19 Uhr wird wieder demonstriert – schon zum hundertsten Mal.

Dass es so weit gekommen ist, verblüfft selbst die Organisatoren. Manfred Kurz, einer der Sprecher der Bürgerinitiative, erinnert sich gut an den Sommer vor zwei Jahren. Als sich Vorahnungen bestätigten und bekannt wurde, dass eine BER-Startroute in 1150 Meter Höhe über den Müggelsee hinweg verlaufen soll. Über einem der größten Erholungsgebiete Berlins, über Wohnvierteln mit insgesamt mehr als 850 000 Menschen. Bei Ostwind sollen dort täglich rund 120 Flugzeuge lärmend ihre Bahn ziehen. „Schon am folgenden Montag trafen sich mehrere hundert Menschen zur ersten Demo in Friedrichshagen“, erzählt Kurz. Das war am 11. Juli 2011.

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