Zu diesem Resultat kam die Befragung im BER-Untersuchungsausschuss am Freitag. Michael Bayr, der im Brandenburger Infrastrukturministerium das Referat Luftfahrt leitet, war geladen. Er bestätigte: 1998 war bekannt, dass gleichzeitig startende Flugzeuge nicht parallel fliegen dürfen, sondern die Routen in einem 15-Grad-Winkel auseinanderstreben müssen.

Der eingereichte Antrag habe diese Divergenz nicht berücksichtigt. Dessen Planung basierte auf geradeaus führenden Startrouten. Dennoch nahm die Behörde ihn an und genehmigte ihn. Was die Zahl der stark von Lärm betroffenen Bürger anbelangt, gab es laut Bayr keine großen Unterschiede.

Zudem war klar, dass ohnehin noch eine Routenfeinplanung erforderlich war. Bürger wurden getäuscht, kritisierte Harald Moritz (Grüne). „Die Verantwortlichen haben über die Flugrouten Bescheid gewusst“, so Jutta Matuschek (Linke). „Aber sie haben nichts gesagt.“